Elina Duni (Albanien/Schweiz)

La Fille de l’Air

Geboren 1981 als Tochter einer Künstlerfamilie in der albanischen Hauptstadt Tirana, stand Elina Duni mit fünf Jahren erstmals auf einer Bühne. Sie lernte Geige, nahm an Kinderfestivals teil und sang in Radio und TV. Nach dem Ende des kommunistischen Regimes zog sie 1992 in die Schweiz und studierte in Genf klassisches Klavier, entdeckte dort aber auch den Jazz für sich. Nach Film-, Theater- und Jazzprojekten in Albanien und der Schweiz studierte sie in Bern Jazzgesang und Komposition, gründete ihr Elina Duni Quartett und begann sich mit Volksliedern ihrer Heimat und anderer Balkanländer auseinanderzusetzen. Heute singt sie diese in eigenen Arrangements, aber in den Originalsprachen und bringt ganz ungewohnte Farben in den Jazz.

Nach zwei Veröffentlichungen (Baresha 2008 und Lume, Lume 2010) auf dem deutschen Label Meta Records erscheinen 2012  Matanë Malit (Hinter dem Berg) und 2015 Dallendyshë (Die Schwalbe) bei ECM. Die albanischen Lieder werden hier voller Leichtigkeit und Subtilität gespielt und beide Alben von der europäischen Presse hoch gelobt. 2014 erscheint im Kosovo und in Albanien Elina Dunis erstes Soloalbum Muza e Zezë (die schwarze Muse), auf welchem sie sich als Singer-Songwriterin vorstellt.

2017 ist Elina Duni eine der Gewinnerinnen des Schweizer Musikpreises und startet drei neue Projekte: Ein Duo mit dem Londoner Gitarristen Rob Luft, Tribute to Billie Holiday mit dem Pianisten Jean-Paul Brodbeck und Aksham, ein Quintett mit dem Pianisten Marc Perrenoud und Trompeter David Enhco. Im April 2018 ist Elinas neue Solo- Kreation Partir (Aufbrechen) bei ECM erschienen: In neun (!) Sprachen singt sie alte Volkslieder, Chansons und Singer-Songwriter Balladen, zu denen sie sich selbst an Gitarre, Klavier oder Perkussion begleitet.

„Ich bin das Kind einer Familie, die schon einmal gegen den Faschismus gekämpft hat. Deshalb ist mir jede Form von Nationalismus zuwider. Gesellschaften, die sich abschotten wollen, sind ängstliche Gesellschaften. Wir alle müssen wieder lernen zu kämpfen für Dinge, die uns selbstverständlich geworden sind und die wir als gegeben annehmen.“ (Elina Duni)


Aktuelle Projekte

Elina Duni Solo „Partir“
Duo Elina Duni & Rob Luft
Quintet „Aksham“


Diskographie

2018 Partir, ECM
2015 Dallëndyshe, ECM
2014 Muza e Zezë
2012 Matane Malit, ECM
2010 Lume, Lume, Meta Records
2008 Baresha, Meta Records


Erfolge

2017 Schweizer Musikpreis
2015 Diaspora Award, Botschaft des Kosovo, Schweiz
2013 Kult Award für „Matanë Malit“, Tirana, Albanien
2012 Jazz Pott Preis, Essen, Deutschland
2010 Pro Helvetia „Priority Jazz “ für Elina Duni Quartet, Schweiz
2008 HKB Preis, Bern, Schweiz
2008 „Coup de Coeur 2008“ Bern, Schweiz
2007 Friedl Wald Preis, Schweiz


Presse

„…eine berückende Intimität, die in ihrer Nachdenklichkeit gefangen nimmt. Bei ihr gilt es Grenzen zu überwinden, um die Schönheit der Poesie zu kämpfen, Authentizität und Respekt auszuleben. So wird jeder ihrer Songs zu einem überzeugenden Rezital, zu einer tiefgründigen Hommage aufrichtiger Menschlichkeit.“
Kulturkomplott, DE, 2018

„Dieses Album ist aus einem Guss. Auf einen  nachdenklichen Ton ist es gestimmt,obwohl es vom Aufbruch handelt. Aber es ist eben kein euphorischer oder gar leichtfertiger Aufbruch. Elina Duni besingt ihn miterdiger Präsenz und beherrschter Kraft.“
Neue Züricher Zeitung, CH, 2018

„Ihre Stimme ist rein und klar und von einer Innigkeit, die transparenter geworden ist. Sie hält nicht fest, sondern entlässt einen bei aller Melancholie in etwas Hoffnungsvolles und Befreiendes.“
Kulturtipp, CH, 2018


Lucilla Galeazzi (Italien)

Die Pasionaria des Italienischen Folk

Sie ist die zur Zeit aktivste, vielseitigste und bekannteste unter den großen italienischen Volkssängerinnen, und sie hat sich nie auf die Volksmusik beschränkt. Nach vielen Jahren mit Giovanna Marini und Christina Pluhars L’Arpeggiata tourt sie nun als Gastsolistin oder mit ihren eigenen musikalischen Projekten und trägt die Tradition der wunderbaren alten italienischen Lieder hinaus in die Welt.

Lucilla Galeazzi stammt aus der Industristadt Terni in Umbrien und begann ihre Karriere als Popsängerin. Nach der prägenden Begegnung mit den Ethnomusikologen Valentino Paparelli und Alessandro Portelli jedoch wandte sie sich der Volkmusik zu. Ihre absolvierte sie im legendären Vokalquartett von Giovanna Marini, mit dem sie sich bald einen internationalen Namen machte, und bei Maestro Roberto de Simone und der Produktion „Stabat Mater“, mit der sie zum ersten Mal auf der Bühne der Oper in Neapel stand und auf USA Tournee ging. 1987 gründet sie ihr ersten eigenes Trio Il Trillo mit Ambrogio Sparagna und Carlo Rizzo und bemüht sich um eine zeitgemäße Version der mündlich überlieferten Lieder, und mit der Zeit erweitert sie ihr Repertoire auch Richtung Barock und Jazz.

Sie stand in den Opernhäusern von Neapel, Berlin, Hamburg bis New York auf der Bühne und arbeitete mit den Stars der internationalen Folkloreszene zusammen, mit Elena Ledda aus Sardinien, mit Maria Del Mar Bonet aus Mallorca, der portugiesischen Fado-Sängerin Teresa Salgueiro, der Argentinierin Mercedes Sosa oder dem algerischen Rai-Sänger Cheb Kaled. Mit den französischen Jazzmusikern Michel Godard und Vincent Courtois gründete sie das Trio Rouge, als Mitglied von Christina Pluhars Barockensemble L’Arpeggiata tourte sie viele Jahre um die Welt.

Lucilla ist Mitglied des erfolgreichen Projekts Bella Ciao, das die Arbeiterinnen- und Partisanenlieder des historischen italienischen Folk Revivals 50 Jahre später wieder auf die Bühne bringt, und in den letzten Jahren tritt Lucilla Galeazzi auch verstärkt mit eigenen Themenproduktionen an die Öffentlichkeit – wie zum Beispiel Il Fronte delle Donne anlässlich des hundertjährigen Gedenkens an den Ersten Weltkrieg, oder La Nave a Vapore  das sich der Geschichte der großen italienischen Auswanderungswellen widmet.


Aktuelle Projekte

Solo Lucilla Galeazzi vocal & guitar
Trio Trad Lucilla Galeazzi vocals / Marcello Vitale guitar / Carmine Bruno perc
Trio Rouge Lucilla Galeazzi vocals / Michel Godard tuba / Vincent Courtois cello
Festa Italiana Lucilla Galeazzi & Quintet
Allegria & Libertà Lucilla Galeazzi & vocal quartet Ialma (BE) – acc – perc


Diskographie

2015 Bella Ciao, Lucilla Galeazzi/Riccardo Tesi/Elena Ledda etc (Visage Music)
2013 Festa Italiana, Lucilla Galeazzi (Helikonia)
2010 Ancora Bella Ciao, Lucilla Galeazzi (Helikonia)
2010 Sopra i Tetti di Firenze, Lucilla Galeazzi/Riccardo Tesi/Maurizio Geri (Manifesto)
2006 Amore e Acciaio, Lucilla Galeazzi (Zonedimusica)
2005 Stagioni, Lucilla Galeazzi (Buda Musique)
2004 Trio Rouge, Lucilla Galeazzi/Michel Godard/Vincent Courtois (Intuition)
2004 All’Improvviso, Lucilla Galeazzi & Christina Pluhar’s L’Arpeggiata (Alpha Production)
2002 Renaissance, Philippe Eidel & Lucilla Galeazzi (Naive)
2002 La Tarantella, Lucilla Galeazzi (Alpha Production)
2001 Lunario, Lucilla Galeazzi (C.N.I.)
1997 La Via dei Romei, Ambrogio Sparagna & Lucilla Galeazzi
1997 Cuore di Terra, Lucilla Galeazzi (C.N.I.)
1993 Giovà il Servo del Ré, Ambrogio Sparagna & Lucilla Galeazzi (BMG)
1992 Il Trillo, Lucilla Galeazzi / Ambrogio Sparagna / Carlo Rizzo (Thelonius)
1984 Anninnia, Paolo Damiani & Lucilla Galeazzi (Nueva)


Presse

“Lucilla Galeazzi singt nicht nur, sondern erzählt die Lieder ihrer Heimat und reisst das Publikum mit. Mit ihrer Stimme, die gerade das richtige Quentchen Rauhheit aufweist, zieht sie den bis auf den letzten Platz gefüllten Saal in ihren Bann.”
Bachtrack, UK

„Trio Rouge verbindet folkloristische Tradition mit dem Jazz, bekanntes Liedgut mit hinreißenden Improvisationen. Das hat Temperament und Sentiment, unterhält und erfreut Herz und Verstand, verbindet federleichte souveräne Virtuosität und authentisches Musikantentum aufs Beste.“
Oberösterreichische Nachrichten, AT

So exquisit und gleichzeitig bodenständig wie die Küche dieser Region, so wirkt auch die „Grande Dame des italienischen Volksliedes“, die aus Terni in Umbrien kommt: Lucilla Galeazzi. Auf der Bühne besticht sie mit ihrer Natürlichkeit und ihrer glasklaren Stimmfarbe, als ob sie das Singen gar nicht habe lernen müssen.”
SWR, DE

 

Samurai Accordion (Finnland/Irland/Italien/Spanien)

The ultimate squeezebox experience

Der Name « Samurai » ist kein Zufall, ebensowenig wie der Titel des neuen Albums « TÉ oder 手» (japanisch für Hand). Es ist ein Blick zurück ins alte Japan, in unsere kollektive Phantasie. Der Samurai war ein edler Krieger im Dienst einer Sache, ebenso wie sich hier fünf wunderbare Musiker in den Dienst der Veredelung des Akkordeons gestellt haben. Man muss sich mit Körper und Seele in den Dienst dieses Instruments stellen, um ein solches Niveau an Virtuosität, Musikalität und Rafinesse zu erreichen. Die fünf haben es getan, und ihr neues Werk zeigt, welchen Atem fünf Hände hervorbringen können: TÉ klingt klug, zart, ausdrucksstark, zeitgenössich und traditionell, kräftig, überraschend und immer am Punkt… Einfach kunstvoll. Der Samurai im alten Japan war ein Meister in der Kunst der Kriegsführung, unsere Samurai sind Meister in der Kunst der Musik.

Nicht weniger als fünf der renommiertesten europäischen Namen des diatonischen Akkordeons – mit leichter Umbesetzung seit dem ersten Album – haben sich hier zusammengetan, nachdem jeder in seinem Bereich schon viel zum Aufschwung des Instruments beigetragen hatte: Riccardo Tesi aus der Toskana ist die graue Eminenz der neuen musica popolare Italiens. Er steht für den musikalischen Aufbruch der italienischen Folklore der 70er-Jahre. Simone Bottasso dagegen ist der wichtigste Vertreter der jungen aufstrebenden Szene. Der zupackende Kepa Junkera aus den Pyrenäen hat das Akkordeon an der Schnittstelle Spanien / Frankreich voll kommen erneuert. Sein Spiel hat eine unbändige Wucht. Markku Lepistö gehört zu den herausragenden Musikern der finnischen Volksmusik, er unterrichtet an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Das irische Urgestein David Munelly tourte mit den wichtigsten international erfolgreichen, mal mehr und mal weniger traditionellen irischen Gruppen rund um die Welt.

So wie den sagenumwobenen Figuren aus der japanischen Geschichte gelingt es ihnen, Mut und Eleganz des Ausdrucks zu vereinen. Kompositorischer Einfallsreichtum, klangliche Brillianz, die Einladung zum intimen Zuhören ebenso wie zum ausgelassenen Tanz: Diese fünf Herren garantieren ein Feuerwerk an Klängen und einen hinreissenden Abend.


Besetzung ab 2017

Simone Bottasso (Italien)
Kepa Junkera (Spanien)
Markku Lepistö (Finnland)
David Munnelly (Irland)
Riccardo Tesi (Italien)


Diskographie

2017 TÉ, Visage Music/Galileo MC
2011 Accordion Samurai, Homerecords.be


Erfolge

2012 Octaves de la Musique, Brüssel (BE)
2011 Grand Prix International du Disque de l’Académie Charles Cros, Paris (FR)


Presse

Ein magisch-sinnliches Notenfeuerwerk im Dienste des Akkordeons! … Die Musik der fünf ist zeitgemäss, jazzy, grenzenlos, aber eines ist sie ganz sicher: Diese Musik ist lebendig.
https://www.5planetes.com/fr/disques/samourai, FR

Die gemeinsame Reise geht klangsuchend bis ans Ende der Möglichkeiten der Instrumente. … Die Aufgabenteilung wurde durch den Zuzug der zwei Neuen ausgeweitet. Junkera steht eher für komplex strukturierte Kompositionen, Bottasso für Harmonie-Brüche und Rhythmus-Sprünge. Gerade weil von allen fünf viel Kompositions-Arbeit ins Repertoire investiert wurde, sind die Songs nicht einfach „konsumierbar“, sondern fordern eine hörende Auseinandersetzung.
Globalsounds.info, CH

Jedes Stück ist eine Reise. Die unterschiedlichen Einflüsse schaffen ein Klangmosaik aus den einzelnen Instrumenten und gleichzeitig einen gemeinsamen Ensembleklang, der sich der Kammermusik annähert. Subtiler Humor und Poesie drehen sich im zarten Dreivierteltakt.
Trad mag, FR

Abwechslungsreiche Harmonien, aufregende Klangfarben und neue Ideen die das Instrument aus der verstaubten Folk- und Trad-Ecke holen. Das musikalische Universum der Samurai ist reich und grenzüberschreitend …. Musik im Zeichen der Freiheit und des Austausches, ganz dem diatonischen Akkordeon gewidmet.
Accordéon&Accordéonistes, FR

Auch an den äusseren Rändern wirken die aufgelösten Harmonien nicht irgendwie jazzig oder elitär-neutönerisch, denn da bleibt immer das Bodenständige, die Folkwurzel hörbar. … Fünf diatonische Akkordeons, mal verspielt und zart, mal wuchtig und massiv, aber immer mit Spielwitz und Abenteuerlust.
Globalsounds.info, CH


Zamballarana (Korsika/Frankreich)

Orchestravagante Corsica

Zamballarana stammen aus dem korsischen Dörfchen Pigna, einem der kulturellen Brennpunkte im Nordwesten der wilden und geheimnisvollen „Ile de Beauté“: Die Gruppe wurde 1996 vom Musiker und Bühnenbildner Jerome Casalonga in der „Casa Musicale“ gegründet, einer legendären Kreativwerkstatt und Wiege künstlerischen Austausches. Die Zamballarana ist auf Korsisch eine etwas frivole, unkonventionelle Frau – und ganz in diesem Sinne bringt die Band die Wörter und Klänge der korsischen Musik zum Tanzen. Das Meer ist die Wiege ihrer romanischen Wurzeln aber auch der Weg der Inspiration, auf dem sich Zamballarana allen Kulturen der Welt annähern. Wie Gaukler erforschen die Musiker und Sänger eigenwillige Mixturen, erfinden und weben neue Klangfarben, jonglieren mit den Stilen und erweitern das Feld unseres Imaginären.

Archaische Männerpolyphonie wird mit Elementen von Jazz, orientalischer Musik und Latin sowie der innovativen Verwendung traditioneller korsischer Instrumente wie der 16-saitigen Zither Cetera, der Trommel Colombu und der Flöte Pivana zu einer aufregenden Mischung eingeschmolzen, die der Einzigartigkeit korsischer Musikkultur globale Standards verschafft.


Besetzung

Jérôme Casalonga – Komposition, Gesang, Saxophon, Klarinette
Laurent Barbolosi – Gesang, Violine, Trompete
Jérémy Lohier – Akkordeon, Gesang
Marco Tindiglia – Gitarre
Ricardo Barbera – Bass
Francesco Petreni – Schlagzeug


Diskographie

2012 Carnavale (Casa Editions)
2007 Camina (Casa Editions)
2004 Luna (Casa Editions)
1999 Lucia (Casa Editions)
1997 Zamballarana (Casa Editions)


Presse

„Sechs jungen Männern mit sonnigen Gemütern und einem sicheren Gespür für die Verschmelzbarkeit verschiedenster Folk-Stile gelingt mit ihrer Band Zamballarana eine unverfrorene Melange aus traditionellem korsischen Harmoniegesang, südamerikanischem Blech-Sound, Latin-Rhythmen und einer Vielzahl weiterer Stilelemente, die man teilweise erst beim zweiten oder dritten Hören (…) aufspürt.
Thüringer Allgemeine, D, 2009

Der nachhaltige Eindruck, den der spezielle, archaische Männergesang hinterlässt, wird durch die vielschichtigen Rhythmen und die bestechenden Instrumentalsoli gesteigert.
Concerto, A, 2008

„Frische und starke Emotionen!“
Le Monde de la Musique, F, 2005

“Diese Musik ist profan ohne Pathos, voller Frische und Enthusiasmus. Bravo!“
Trad Magazine, F, 2004

Riccardo Tesi (Italien)

Il Signore del Folk

Seit 30 Jahren hält Riccardo Tesi die Stellung als einer der einfallsreichsten Interpreten auf dem Organetto, dem diatonischen Knopfakkordeon. Als Ethnomusikologe erforschte er den Liscio, den Walzer seiner Heimat Toskana, die musikalischen Traditionen Süditaliens, des Balkans, Madagaskars, Afrikas oder Indiens ebenso wie den Jazz oder die Filmmusik Nino Rotas.

All das verschmilzt er mit seiner Banditaliana zu einer facettenreichen, fließenden und leicht tanzbaren Kunstmusik, die dennoch stark in der italienischen Tradition verwurzelt bleibt. Tesi hat mit zahlreichen KünstlerInnen der italienischen und internationalen World- und Jazzszene zusammengearbeitet (Elena Ledda, Patrick Vaillant, Gianluigi Trovesi, Gabriele Mirabassi, Gianmaria Testa etc). 2002 verlieh man ihm für die Verdienste um sein Instrument beim internationalen Akkordeonfestival in Castelfidardo den begehrten „Voce d’oro“ Preis, eine Ehre, die vor ihm bereits A. Piazolla, R. Galliano oder Gianni Coscia zuteil wurde.

In den mehr als 20 Jahren ihres Bestehens haben sich Banditaliana an die Spitze der internationalen World Music Szene gespielt. Sie verzaubern durch eine Musik ohne Grenzen, frisch und sonnig, innovativ und gleichzeitig eng mit ihren Wurzeln verbunden; eine breite Synthese aus Formen und Riten der toskanischen Tradition, mediterranen Klängen, Jazzimprovisationen und Canzoni d’autore. Originelle Kompositionen, Virtuosität sowie raffinierte Rhythmen und Arrangements kennzeichnen den Stil der Gruppe, die regelmässig bei den renommiertesten Folk&Jazz Festivals in Europa und Kanada zu Gast ist.


Besetzung Banditaliana

Riccardo Tesi – Akkordeon
Maurizio Geri – Gitarre, Gesang
Gigi Biolcati – Percussion
Claudio Carboni – Saxophon


Aktuelle Projekte

Riccardo Tesi & Banditaliana (Quartett)
Duo Riccardo Tesi (acc) & Maurizio Geri (guit/voc)
Trio Riccardo Tesi (acc) – Maurizio Geri (guit/voc) – Gabriele  Mirabassi (clar)
Riccardo Tesi CAMERISTICO (Quintett)
Riccardo Tesi PRESENTE REMOTO (Sextett)
BELLA CIAO mit Lucilla Galeazzi, Elena Ledda, Ginevra di Marco (Sextett)


Diskographie (Auszug)

2018 Riccardo Tesi & Banditaliana „Argento“ (Visage Music/Materiali Sonori)
2015 Riccardo Tesi & Lucilla Galeazzi, Elena Ledda u.a. „Bella Ciao“ (Visage Music/Galileo MC)
2014 Riccardo Tesi & Banditaliana „Maggio“ (Visage Music/Materiali Sonori)
2011 Riccardo Tesi & Banditaliana „Madreperla“ (Viavai/Materiali Sonori)
2010 Riccardo Tesi & Maurizio Geri „Sopra I Tetti Di Firenze“ (Materiali Sonori)
2007 Rioccardo Tesi „Solo Organetto“ (Cinq Planètes/Felmay)
2007 Riccardo Tesi „Presente Remoto“ (Il Manifesto)
2006 Riccardo Tesi & Claudio Carboni „Crinali“ (Felmay fy 8114)
2004 Riccardo Tesi & Banditaliana „Lune“ (Il Manifesto CD140)
2003 Riccardo Tesi „Acqua Foco e Vento“ (Dunya Records)
2001 Riccardo Tesi „Acqua, foco e vento LIVE“ (VM301)
2000 Riccardo Tesi & Banditaliana „Thapsos“ (Il Manifesto CD063)
1998 Riccardo Tesi „Banditaliana“ (Il Manifesto CD028)
1995 Riccardo Tesi „Un ballo liscio“ (Auvidis Tempo A 6242)
1995 Riccardo Tesi „Un ballo Liscio“ (Silex Y 225056)
1994 Riccardo Tesi, G. Trovesi & P. Vaillant „Colline” (Silex Y 225048)
1993 Riccardo Tesi, K. Junkera & J. Kirkpatrick „Trans-Europe Diatonique“ (Silex Y 225026)


Presse

„Multikulturell offen, emotional ergreifend und volkstümlich direkt: Der Musik von Riccardo Tesi kann man schlecht widerstehen. (…) Sein Erfolgsgeheimnis ist, dass er seine Musik stets klar, direkt und heiter hält.“
Akkordeonmagazin über Maggio, D, 2014

„Mediterrane Spielfreude mit Stil…..Tesi spielt für Romantiker, Tänzer und Zuhörer, sucht immer wieder nach verschütteten Überlieferungen und vereint mediterrane mit globalen Einflüssen.“
Frankfurter Allgemeine Zeitung, D, 2010

„… aufregende Arrangements, die den alten Liedern neues Leben einhauchen. Das ist eines dieser Alben das einem durch wiederholtes Hören ans Herz wächst – wahrscheinlich weil die Arrangements zum Teil ziemlich komplex sind. Ich bin jetzt soweit dass ich das Album liebe, es ständig hören muss, dem Zauber dieser Musik verfallen bin und jedes Mal noch neue Details entdecke. Kulturelles Interesse trifft auf höchsten Hörgenuss.“
Folkworld über Aqua , Fuoco e Vento, D, 2003

„Hier ist ein Werk entstanden, das swingt, folkt, jazzt und atmet. „Thapsos“ ist für mich ein heisser Anwärter auf das Album des Jahres.“
Folker! über Thapsos, D, 2002

Mostar Sevdah Reunion (Bosnien-Herzegowina)

Die Pioniere der modernen Sevdah

Die Geschichte dieses exzellenten Ensembles ist eine Erfolgsstory gegen besseres Wissen. Der bosnische Tontechniker und Produzent Dragi Sestic scharte 1999 im kriegsgeschundenen Mostar eine Gruppe von Männern um sich, die aus verschiedenen Ethnien stammten – Kroaten, Serben, Bosnier. Ein tollkühnes Unternehmen, dem anfangs weniger Interesse als Misstrauen begegnete. Die Band ließ aber keine Zweifel daran, dass ihre Musik dauerhafte Gültigkeit besitzt: Mostar Sevdah Reunion verfügt über eine derart bezwingende Kraft, dass wieder einmal das buchstäbliche „Nicht-Stillsitzen-Können“ passiert, und zwar sowohl bei den schnellen Tanzliedern als auch den rhapsodischen Balladen. Sevdah bezieht sich auf die Sevdalinke, den „bosnischen Blues“: Die wunderschönen Lieder voller Melancholie, Tragik und verhaltener Erotik singen von unerfüllter Liebe, von der Sehnsucht nach einem besseren Leben und der Erfüllung aller Träume. Als brilliante Virtuosen sind bzw waren die Musiker der MSR vielgesuchte Partner für Stars wie Saban Bajramovic ✝︎, Ljiljana Buttler ✝︎ oder Boban Markovic und wurden auch schon als der Buena Vista Club Bosniens bezeichnet, der für Begeisterung und ausverkaufte Konzertsäle in ganz Europa sorgt.

Stil und Besetzungen haben sich im Laufe der Jahre immer wieder geändert. Junge spielfreudige Virtuosen und Vokalisten haben den Platz einiger Gründungsmitglieder eingenommen, Gitarre und Piano kamen zu Violine und Akkordeon als führende Instrumente hinzu. Aber die Musik blieb immer flüssig, nachdenklich und ein klares Signal dafür dass Balkan Musik weit mehr ist als der stampfende Partsound lauter Brassbands.

Nach dem wunderbaren Konzeptalbum „Tales From a Forgotten City“ (2013), das ganz der schönen Stadt Mostar und ihren Dichtern und Sängern gewidmet war, greift die aktuelle Produktion wieder die Tradition der Band auf, ganz neue ebenso wie vergessene alte Talente auzugraben:  „The Balkan Autumn“ präsentiert mit Milutin Sretenović Sreta einen der bestgehüteten Geheimtipps der Region. Der 70jährige serbische Crooner verbindet an Sinatra erinnernden jazzigen Gesang mit Flamenco und orientalischen Maqams. Ihm zur Seite steht die knapp 25 jährige Sevdah Sängerin Antonija Batinić, deren stimmliche Ausdruckspalette schier endlos scheint. „The Balkan Autumn“ verspricht einen aufregenden Mix aus Erfahrung und Jugend, Energie und Virtuosität.


Diskographie

2018 Mostar Sevdah Reunion Presents Sreta, The Balkan Autumn
2017 Kings of Sevdah, Live Album, Digital Release
2013 Mostar Sevdah Reunion, Tales From A Forgotten City,  SR-66021
2007 Mostar Sevdah Reunion, Café Sevdah, LC-12490
2005 Ljiljana Buttler & Mostar Sevdah Reunion, The Legends of Life, SR-66006
2003 Mostar Sevdah Reunion, A Secret Gate, SR-66002
2002 Liljana Buttler & Mostar Sevdah Reunion, The Mother of Gypsy Soul, SR-66001


Filme

2013 Tales From A Forgotten City von Amir Grabus
2005 Sevdah – The Bridge of Bosnian Blues, BBC documentary


Presse

„Es sind hervorragende und oft junge Musiker, die diesen Balkan-Blues interpretieren. Hier findet keine Party statt, aber auch keine Beerdigung. Es geht um eine schmerzvolle musikalische Betrachtung zum Verschwinden der Vergangenheit und dem Versuch, sie vor dem Vergessen zu bewahren.“
Folker (DE)

„Tieftraurig und wunderschön.“
Hessischer Rundfunk, D, 2013

“This Balkan answer to the blues is transformed and updated by being matched against contemporary blues and jazz influences… …A subtle and intriguing band.”
The Guardian (UK), 2007

 

 

Amira Medunjanin (Bosnien-Herzegowina)

Die Bosnische Billie Holiday: Sevdah Meets Jazz

Sevdah bedeutet auf Türkisch Liebe und auf Arabisch schwarze Galle. Es ist auch nicht leicht, das bosnische Konzept der Sevdah mit einem Wort zu beschreiben – am nächsten kommt ihm wohl noch die deutsche „Sehnsucht“. Wie Duende im Spanischen oder Fado im Portugiesischen trägt Sevdah viele Bedeutungen in sich – sei es Sehnsucht, Schwermut, Melancholie, Liebe, unerfüllte Liebe, endlose Liebe, ein fieberhaftes Begehren das den Liebenden wie Malaria heimsucht und sich nicht abschütteln lässt – aber schlussendlich geht es um ein Lebensgefühl das sich selbst erzählt.

Amira Medunjanin wurde in Sarajevo zu einer Zeit geboren, als die traditionelle Musik in Ex-Jugoslawien eine Hochblüte erlebte. Von ihrer Mutter lernte sie die schönsten Sevdalinke (Sevdah-Lieder), und bald war sie von der mündlich überlieferten Gesangstradition Bosnien-Herzegowinas so fasziniert, dass sie es sich zur Aufgabe machte, die Ausdruckskraft des Sevdah bis ins letzte zu erforschen und ihr eine unverwechselbare Stimme zu verleihen. Jahrelang suchte sie nach Menschen, die ihre Auffassung von Sevdah teilten, und nach der besten Art der Präsentation.

Auch für ihr 2016 erschienenes Album Damar bezieht Amira ihre Inspiration aus der tiefen Quelle des Sevdah, des „Herzschlags“ der bosnischen Musik. Aber zum ersten Mal sind auch Neukompositionen dabei, und das kraftvolle, eigenwillige Pianospiel des serbisch-französischen Jazzpianisten Bojan Z und der an Flamenco erinnernde Stil des Gitarrenvirtuosen Boško Jović verwandeln die Lieder in ein mächtiges emotionales Statement, das weit über ihre Heimat Bosnien hinausweist.

In den vergangenen Jahren hat Amira verstärkt mit kroatischen Orchestern zusammengearbeitet (Symphonieorchester Dubrovnik, Zagreb Soloists und Zagreber Philharmoniker) und so die traditionelle Musik des Balkan in einen neuen Kontext gestellt. 2017 begann auch die Zusammenarbeit mit dem preisgekrönten norwegischen Kammerorchester Trondheim Solistene. Im Sommer 2018 stand man gemeinsam in der ausverkauften Arena von Pula auf der Bühne, und kurz darauf erscheint Ascending: Mit dem in Trondheim und den Londoner Abbey Road Studios aufgenommenen Album, produziert von Amira selbst und ihren langjährigen musikalischen Gefährten Ante Gelo und Bojan Z, feiert die bosnische Diva ihr 15- jähriges Bühnenjubiläum und öffnet gleichzeitig ein neues Kapitel ihrer Karriere.

Vom englischen Journalisten Gart Cartwright wurde die Sängerin, Menschenrechtsaktivistin und weltweite Botschafterin der Bosnischen Kultur als die „Bosnische Billie Holiday“ bezeichnet, und das beschreibt wohl am besten, wie Amira Medunjanin das Innerste der Sevdah nach außen kehrt und so innerhalb einer uralten Tradition immer wieder neue Formen und Verbindungen schafft. 2017 wurde Amira Medunjanin vom britischen Magazin Songlines unter die Top Ten der aktuellen World Music Divas gereiht.


Aktuelle Projekte

DUO Amira Medunjanin & Bojan Z (piano)
DUO Amira Medunjanin & Boško Jovic (guit)
TRIO Amira Medunjanin & Bojan Z (piano) & Zvonimir Šestak (double bass)
QUARTET Amira Medunjanin & Ante Gelo (guit) & Bosko Jovic (guit) & Zvonimir Šestak (double bass)
SEXTET Amira Medunjanin & Bojan Z (piano) & Zvonimir Šestak (double bass) & Yurdal Osman Tokcan (oud) & Hakan Güngör (kanun) & Bosko Jovic (guit)
Amira Medunjanin mit ORCHESTER


Diskographie

2018 Ascending (Croatia Records/Town Hill Colony)
2016 Damar (Harmonia Mundi/World Village)
2014 Silk&Stone (Harmonia Mundi/World Village)
2011 Amulette (Harmonia Mundi / World Village)
2010 Zumra (Harmonia Mundi / World Village)
2009 Live from Jazz Fest Sarajevo (Gramofon)
2005 Rosa (Snail Records)
2003 A Secret Gate (Snail Records)


Presse

„…powerful and passionate…“
The Guardian (UK) über Damar, 2016

„An exquisite album that affirms her status as Eastern Europe’s most potent contemporary voice.“
Nigel Williamson über Silk&Stone, Uncut, UK, 2015

„Mit Amulette erreicht Amira Medunjanin das was viele heutige KünstlerInnen nicht schaffen: Sie bringt die Sevdah ins 21. Jahrhundert, indem sie neue zeitgemässe Elemente hinzufügt ohne das Ursprüngliche zu verlieren. Das ältere Publikum der traditionellen Musik wird nicht vergrämt und gleichzeitig neues hinzugewonnen. Zusammen mit ihren Musikern zeigt Amira, dass Tradition im neuen Gewand geschätzt und gepflegt werden muss.“
All About Jazz, 2012

„Die Heimat der Seele ist das Schweigen; aus diesem Schweigen entsteht schöne Musik. Amiras Stimme berührt dieses Schweigen am einen Ende, am anderen erreicht sie transzendente emotionale Reinheit. Gute Nachrichten für diejenigen unter uns, die Musik zum Leben brauchen.“
Aleksandar Hemon

Maurizio Geri Swingtet (Italien)

Swing Manouche all‘ Italiana

Seit Jahren kennen und lieben wir den Mann mit der samtenen Stimme als Sänger, virtuosen Gitarristen und Autor einiger der schönsten Songs von Riccardo Tesis Banditaliana, aber als Bandleader ist Maurizio Geri wohl den wenigsten ZuhörerInnen nördlich der Alpen ein Begriff.

Mit seinem Maurizio Geri Swingtet huldigt er dem Stil des elsässischen Grossmeisters Django Reinhardt und kombiniert dessen unverwechselbaren Manouche Sound mit Swing und der Tradition der italienischen Cantautori. Das alles verschmilzt er zu einem ganz eigenen Klang, der die Gruppe über die Jahre zur italienischen Nummer Eins in Sachen Swing Manouche werden liess. Bis heute ist das Maurizio Geri Swingtet auch die einzige italienische Band die beim wichtigsten Festival des Genres in Samois sur Seine in Frankreich Furore machte.

Sein Swingtet stellt für Maurizio Geri das Zentrum seiner Beschäftigung mit dem Erbe Django Reinhardts dar. Er hat von Manouche Musikern gelernt und mit ihnen gespielt, aber nie ohne auf seine eigenen Wurzeln zu verzichten. Auf diese Weise hat er Djangos Lektion nicht nur auf der Gitarre und im Repertoire gelernt, sondern vor allem in der Dialektik zwischen Originalität und Zugehörigkeit, die aus dem Meister das grosse Vorbild etlicher Generationen europäischer, nicht akademischer Musiker gemacht hatte.

2015 ist mit „Swing a Sud“ die bereits fünfte CD des Swingtet erschienen. Geris musikalischer Zugang ist gleichzeitig leidenschaftlich und frei, streng und doch offen für Neues. Djangos Erbe kommt hier im Gewand von Jazz, Tanzmusik und Improvisation daher, sehr europäisch und dann doch wieder voller Respekt für die italienische Liedermachertradition und für Maurizios erste musikalische Liebe, die Volksmusik seiner Heimat Toskana.


Besetzung

Maurizio Geri – Gitarre, Gesang
Luca Giovacchini – Gitarre
Michele Marini – Klarinette
Giacomo Tosti „Giacobazzi“ – Akkordeon, Klavier
Nicola Vernuccio – Kontrabass


Diskografie

2015 Swing a Sud
2012 Tito Tariero
2007 Ancora Un Ballo
2002 A Cielo Aperto
1996 Manouche et Dintorni


Presse

„Swingtet“ klingt wie die gelungene Fortführung dessen, was Django Reinhardt begründete. Vielleicht würde er heute genau so klingen.“
Folkworld, D, 2015

„Maurizio Geri ist ein raffinierter und sensibler Gitarrist – sein elegantes Phrasieren verbindet Poesie und Musikalität, nie ist er zu verhalten oder zu outriert, seine Noten haben immer einen Sinn…. Eine Lektion für alle Django-Lehrlinge!
Djangostation, F, 2012

Bella Ciao (Italien)

50 Jahre Italienisches Folk Revival
Lucilla Galeazzi, Elena Ledda, Riccardo Tesi u.v.a.

Die bedeutendste Bühnenshow des italienischen Folk Revivals wird fünfzig Jahre später in einer großartigen Besetzung wieder auf die Bühne gebracht. Die Uraufführung dieses Meilensteins der italienischen Musikgeschichte fand am 21. Juni 1964 beim Festival zweier Welten in Spoleto statt und führte zu wüsten Polemiken. Heute ist BELLA CIAO die Basis der Arbeit all der KünstlerInnen, die mit großem Erfolg die italienische Folk Tradition auf die Bühnen der Welt tragen.

Ein halbes Jahrhundert später haben sich einige der profiliertesten FolkmusikerInnen wie Elena Ledda, Lucilla Galeazzi, Riccardo Tesi und Alessio Lega entschlossen, dieses Erbe wieder aufleben zu lassen und behutsam mit neuen Einflüssen und Erkenntnissen zu füttern. Resultat ist nicht nur eine äußerst erfolgreiche Bühnenshow, sondern auch ein sorgfältig gearbeitetes Album, das locker mit den damaligen Größen wie Caterina Bueno oder Giovanna Marini mithält.

Die alten Partisanen- und Arbeiterinnenlieder haben sich nicht nur ihre Ausdrucksstärke bewahrt, sondern ihre Botschaften von Freiheit, Frieden und Bürgerrechten sind in unserer heutigen globalisierten Welt von ganz neuer und brennender Aktualität. BELLA CIAO ist eine Lektion in Demokratie, die direkt aus dem Volk kommt, ein historischer Roman gewebt aus Musik, Klängen und Texten, getragen von den wichtigsten Stimmen des des sozialen und politischen Liedes im Italien der letzten 30 Jahre.


Besetzung

Lucilla Galeazzi – Gesang
Elena Ledda – Gesang
Ginevra di Marco – Gesang
Alessio Lega – Gesang, Gitarre
Andrea Salvadori – Gitarre, Arrangements
Gigi Biolcati – Perkussion, Gesang
Riccardo Tesi  – Knopfakkordeon, Arrangements, musikalische Leitung


Diskographie

2015 Bella Ciao (Visage Music/Galileo MC)


Presse

„Mit Abstand der berührendste aller Womex Showcases ….  in Bella Ciao gehen Leben und Politik nahtlos ineinander über.“
Ton Maas, Mixedworldmusic (NL), 2016

„Mal führten sie die Lieder im Chor, dann wieder solistisch auf, es gab A-Capella-Gesänge und instrumentale Einlagen, so dass Eintönigkeit erst gar nicht aufkommen konnte. Mal agierte das Ensemble kraft- und schwungvoll, mal einfühlsam und zart. Die Reise in die Vergangenheit, wie sie Riccardo Testi ankündigte, zeigte deutlich wieviel sie Gegenwartsbezug (leider) noch immer hat. Und sie brachte die Erkenntnis mit, dass es sich lohnt, die Tradition der politisch-demokratischen Lieder aus der Mitte des Volkes zu pflegen. Denn diese Lieder sind keine historisches Relikt, sondern sie leben weiter. Auch heute noch.“
Mainpost (DE), 2016

“ Die Musik geht gnadenlos unter die Haut wie schon vor 50 Jahren.“
Moors Magazine (NL), 2015

„Während sich die kriegerischen Reden und Handlungen vervielfachen, erinnert uns diese ‚Lektion in Demokratie von unten’ an das was wir am nötigsten haben: den Frieden“
Les Inrocks (FR), Dix Disques pour refaire l’Europe, 2015

Didier Laloy (Belgien)

Der verrückte Hund und die Noblesse:
BELEM Didier Laloy & Kathy Adam

Seit langem kennen und schätzen sich diese zwei herausragenden Figuren der aktuellen belgischen Szene – von ihrer Zusammenarbeit im erfolgreichen Neotrad- Ensemble Panta Rhei ebenso wie in den verschiedenen Projekten von Didier Laloy wie Po:Z’s oder Noir’s. Aber es sollte 20 Jahre dauern bis ihre künstlerische Seelenverwandschaft als Duo so richtig ans Licht kam.

Beide flirten sie gerne mit der Kammermusik und lieben doch auch das Tänzerische. Die Kompositionen sind gleichzeitig einfach und stark, subtil und überraschend, das Atmen und die Stille verbinden sich voller Eleganz mit den verrücktesten Rhythmen. Ein zärtlicher Bilderreigen der die Zuhörenden in eine ganz eigene Welt entführt. Die Lust der beiden am gemeinsamen Spiel ist fast körperlich spürbar, die Virtuosität und schiere Freude ihrer Musik lassen niemanden unberührt.

Der Ausnahmekönner Didier Laloy ist einer der aktivsten Vertreter der Renaissance des diatonischen Akkordeons in Europa. Mit Humor und Leichtigkeit bewegt er sich auf der Bühne und durch die unterschiedlichsten Stile – von World über Chanson bis hin zu zeitgenössischer Musik und musikalischen Projekten für Kinder. Darüberhinaus war er Mitglied des transeuropäischen Akkordeonkollektivs The Samurai.

Kathy Adam studierte Cello und Kammermusik in Brüssel und steht seit 20 Jahren in den verschiedensten Projekten und Genres auf der Bühne: So arbeitet sie mit World- und Jazzmusikern ebenso zusammen wie mit Theater- und Tanzproduktionen, SängerInnen oder Philharmonischen Orchestern.


Aktuelle Projekte von Didier Laloy

2017 Belem & The MeKanics (Didier Laloy & Kathy Adam und ein mechanisches Orchester)
Belem (Didier Laloy & Kathy Adam)
Belem & Ensemble Quartz (Didier Laloy & Kathy Adam & belgisches Bläserquartett)
Belem & Slang (Didier Laloy & Kathy Adam & belgisches Jazztrio)
Belem & Barbara Fortuna (Didier Laloy & Kathy Adam & korsisches Vokalensemble)
Noir’s (Quartett acc – cello – guit – perc, Konzert im Dunkeln)
Duo Didier Laloy (acc) & Tuur Florizoone (acc)
Didier Laloy’s Cameleon Tribe (flexible Formation zwischen Trio und Quintett)


Diskographie

2017 Belem & The MeKanics (Igloo Records)
2014 Belem Didier Laloy & Kathy Adam (Homerecords.be)
2012 Didier Laloy & Tuur Florizoone (Aventura Musica)
2011 Noir’s (Wild Boar Music)
2009 Milann&Laloy “ La Marquise”
2008 Didier Laloy PôZ’s
2005 CD/DVD Didier Laloy “Invite…s”
2003 Didier Laloy “S-Tres/Version Originale”


Presse

„Fantastische Welt-Kammermusik aus Belgien.“ ORF Ö1, A, 2015

„Auf dem Duoalbum sind nur die beiden Musiker zu hören. Doch zu keinem Zeitpunkt wirkt die rein instrumentale Musik dünn oder skizzenhaft. Im Gegenteil, der Klang ist wuchtig, wie ein kleines Folkorchester. Ein besonderes Lob geht deshalb an den Produzenten Michel van Achter.“
Folker, D, 2015/01

„Vom ersten Ton an entstand ein Sog, dem sich niemand entziehen konnte. Was war da zu hören? Jazz, Folk, Moderne, Weltmusik? Oder einfach nur gute Musik im besten Sinne des Wortes?“
Mitteldeutsche Zeitung, D, 2011

„Seine musikalische Ausdrucksform gleicht einem ungeschliffenen Diamanten… Das Verlassensein, die dunklen und tiefen Abgründe, aber auch die Sehnsüchte und das Bezaubernde sind immer wieder Parameter, die sich in all seinen Projekten und Werken widerspiegeln. Und bei einem Konzert reitet ihn nicht nur die Liebe, sondern auch der Teufel.“
Concerto, A, 2011

„Die wilde Motorik eines Rockmusikers mit der Anmut einer Ballerina in Slowmotion.“
De Volkskrant, B, 2009