Dancas Ocultas (Portugal)

Vier Magische Akkordeons vom Rande Europas

Hinter dem Namen Danças Ocultas verbergen sich vier Akkordeonisten aus Agueda in der Nähe von Porto, die zu den innovativsten und spannendsten Vertretern zeitgenössischer Klänge aus Portugal gehören. Seit einigen Jahren erobern sie die World-Music-Szene mit einem beim ersten Hinhören unspektakulären Konzept: ruhig, lyrisch, mehr oder minder traditionell, mit nur vier diatonischen Akkordeons.

Der Name des Quartetts hat nichts mit esoterischen Welten zu tun sondern weist darauf hin, dass die vier Musik für Tänze spielen, die erst noch erfunden werden müssen. Der berühmte Fado spielt eine untergeordnete Rolle, eher nehmen sie die traditionelle dörfliche Musik, Tango Nuevo und die Kammermusik z.B. des russischen Terem Quartetts als Basis für ihre Erkundungen. Sie halten weder akkordeonistische Schnelligkeitswettbewerbe ab noch spielen sie reine Volksmusik. Am ehesten lässt sich ihre zeitlose Kunstmusik wohl als impressionistischer Folk bezeichnen: minimalistische, tiefgründige Klanggemälde voll unerwarteter Wendungen und erhabener Melancholie. Sehr spezielle Musik, in die man gar nicht anders kann als hineinzukippen.

Die Band wurde gefördert von Gabriel Gomes, dem Akkordeonisten von Madredeus, der berühmtesten World-Music Gruppe Portugals. Er hat sie motiviert, ihre eigene Klangwelt auszuschöpfen. Die Zusammenarbeit mit dem Choreographen Paul Ribeiro, Auftritte bei zahlreichen internationalen Festivals sowie ein umjubelter Showcase bei der Womex 2010 in Kopenhagen haben Danças Ocultas mittlerweile weit über Portugal hinaus bekannt gemacht.


Besetzung

Artur Fernandes – Diatonisches Akkordeon
Francisco Miguel – Diatonisches Akkordeon
Filipe Cal – Diatonisches Akkordeon
Filipe Ricardo – Diatonisches Akkordeon


Aktuelle Projekte

Danças Ocultas (Akkordeonquartett)
DENTRO DESSE MAR Danças Ocultas feat. Jaques Morelenbaum
ARCO Danças Ocultas feat. Dom la Nena
AMPLITUDE Danças Ocultas mit Orchester (mögliche Zusammenarbeit mit lokalen Orchestern)


Diskographie

2018 dentro desse mar (Sony/Galileo Music)
2016 Amplitude (Uguru/Sony/Galielo Music)
2014 ARCO (EP Uguru)
2011 Alento (iplay/Galileo MC)
2009 Tarab (Numerica)
2004 Pulsar (Magic Music)
2002 Travessa da Espera (L’Empreinte Digitale)
1998 Ar (EMI VC)
1996 Dancas Ocultas (EMI VC)


Presse

„Das Quartett Danças Ocultas hat es längst geschafft, aus dem Kreis der Liebhaber des Akkordeons zu schlüpfen und die grosse Bühne zu bespielen. Dafür ist ‘Amplitude’ das beste Beispiel.”
JazzThing, DE, Amplitude, 2016

„Amplitude“ ist ein gewaltiges Album, bei dem einem das Herz aufgeht.“
Sound&Image, DE, Amplitude, 2016

„Das Quartett aus der Nähe von Porto zelebriert portugiesische Melancholie. … Sie lassen mit ihren feinen und leisen, präzisen bis schwelgerischen Arrangements Bilder entstehen, die die Zuhörer mit auf eine Reise zu Landschaften im Morgennebel und leichtfüssig tanzenden Gestalten nehmen … auf eine Reise jedenfalls in die eigene, inspirierte Gedankenwelt. Danças Ocultas richten sich mit ihren Kompositionen an ein Publikum, das auserlesene Kammermusik liebt.“
Akkordeonmagazin, DE, 2013

„Weniger wie ein Konzert, vielmehr wie ein musikalischer Vortrag, ein kollektiver Atemzug, an dem man teilnimmt und von dem man sich gerne in eine emotionale, beinahe meditative Dimension tragen lässt – das ist es, wonach sich die Musik der portugiesischen Gruppe anfühlt.“
Il Giornale di Vicenza, IT, 2011

„Erfindungsreiche und kreative Instrumentalmusik von einem der besten Kunstmusikensembles Europas. Empfehlung!“
CD Roots 2007

Eine aussergewöhnliche Band, die von der intensiven Interaktion unter den Musikern lebt und einen sofort gefangennimmt. Die Stücke sind exzellent arrangiert, wechseln von langsamen Solostellen, die den Eindruck von sehr lauter Stille aufkommen lassen, zu schnelleren und lebhaften Rhythmen. Mein persönlicher Festivalhöhepunkt!
Folkworld 2001

Las Hermanas Caronni (Argentinien)

Ein Hauch von Ravel und Debussy trifft auf die Klänge der Pampas

Las Hermanas Caronni – zwei argentinische Schwestern mit Schweizer, italienischen, russisch-jüdischen und spanischen Wurzeln. Laura und Gianna Caronni, von denen die eine Cello und die andere Klarinette spielt. Beide singen und liefern auf ihren Alben derart zerbrechliche und intelligente Musik ab, wie man sie schon seit einigen Jahren nicht gehört hat. Als Duett ist ihr Klang voll von Intimität, gleichzeitig lassen die einfallsreichen und minimalistischen Arrangements den Sound äußerst üppig erscheinen. Die Musik der Schwestern klingt wie die Summe ihrer Einflüsse: zwei klassisch ausgebildete Musikerinnen mit einer Vorliebe für die Volksmusik ihres Landes. Europäischer Impressionismus, Ravel und Debussy, Einflüsse von südamerikanischen Komponisten wie Villa-Lobos und der Geist des Tango vermischen sich hier mit der Melancholie und Zielgerichtetheit der Volksmusik der Pampas. Klug, subtil verführerisch und unglaublich elegant spielen die Hermanas Caronni Musik für Menschen, die Können und Klasse noch zu schätzen wissen.

Seit zehn Jahren leben die Zwillinge in Bordeaux in Frankreich, wo sie sich unter anderem durch ihre Zusammenarbeit mit dem 2015 verstorbenen Juan Carlos Cáceres einen Namen gemacht haben und wo 2011 ihr Debüt Baguala de la Siesta von der Presse hymnisch als Entdeckung der Saison gefeiert wurde. Auf dem zweiten Album Vuela erneuern sie das kleine Wunder des Debütalbums: Hier klingt Ravels Bolero wie die natürliche Fortsetzung des kubanischen Wiegenlieds Druma Negrita, und die Rhythmen der Chacarera treffen auf die Worte des französischen Dichters und Musikers Denis Péan. Das Ende 2015 erschienene dritte Album Navega Mundos (Platz 3 der Transglobal World Music Charts im April 2016) ist ganz dem Element Wasser gewidmet und wartet unter anderem mit einem Gastauftritt des argentinischen Chamamé-Meisters Raul Barboza auf.

Anfang 2019 haben die Schwestern ihr viertes Album Santa Plástica veröffentlicht: Ausgehend von klassischen Motiven von Ravel, Mozart, Bach oder Piazzolla entstanden elf Nummern, deren Texte durchaus brandaktuelle Themen wie Umweltverschmutzung oder Gentrification in poetische Formen gießen. Neben Gesang und den Stamminstrumenten Cello und Klarinette kommen dabei Flöten wie die baskische Xistu oder die südamerikanische Pincuyo zum Einsatz. Auf jeweils zwei Stücken sind der renommierte Jazztrompeter Erik Truffaz sowie am Gesang der interkulturell inspirierte Songwriter Piers Faccini zu hören.


Besetzung

Gianna Caronni – Klarinette, Gesang
Laura Caronni – Cello, Gesang


Diskographie

2019 Santa Plástica (Les Grands Fleuves / L‘ Autre Distribution)
2015 Navega Mundos (Les Grands Fleuves / L‘ Autre Distribution)
2013 Vuela! (Les Grands Fleuves / L‘ Autre Distribution)
2011 Baguala de la Siesta (Snail Records/Coast to Coast)


Presse

„…eine wunderbar unerwartete, seltene Freude …grossartig in jeder Hinsicht.“
fRoots (UK) über Navegamundos

„Eine kammermusikalische Träumerei… Die Caronni-Schwestern verzaubern auch auf ihrem zweiten Album. Sorgfalt, Emotion und Ehrlichkeit in Songauswahl und Können sind wirklich einmalig.“
www.globalsounds.info, CH

„Der orangene Lichtkreis einer chinesischen Laterne, ein großer Fächer auf dem Boden: das Dichterische bei den Zwillingsschwestern Caronni findet sich in den Details. (…) Ihre schlichte Eleganz und bezaubernde Anmut lassen uns dahinschmelzen.“
Télérama, FR

„Dieses bezaubernde Album ist gleichzeitig voller Wärme und Melancholie, und es spricht von den zwei Seiten des Exils: das Herzzerreißende und die Möglichkeit, alles neu zu erfinden.“
Libération, FR

„DIE Entdeckung der Saison. Unmittelbar nach der Sendung erreichte uns eine Lawine an Mails und begeisterten Kommentaren, die diese selbst und fast anonym produzierte CD in ein anderes Leben trugen.“
France Inter, FR

„Ihre eklektische Lyrik, suggestiven Vokalharmonien und einfallsreiches Dehnen und Neu-Zusammensetzen der Cello- und Klarinettentechnik sind von einer poetischen Meisterschaft jenseits aller Kategorisierungen. … In diesen 13 Tangos, Canciones, Chacareras, Milongas und der abschliessenden Baguala liegt mehr unprätentiöse Leidenschaft, Schönheit und Weisheit als viele KünstlerInnen in einem ganzen Leben erreichen.“
Folk Roots, UK

Renato Borghetti (Brasilien)

Akkordeongaúcho mit Eleganz und Leidenschaft

Mit brasilianischer Musik assoziiert man Bossa und Samba. Musik jedenfalls von jazzig-lyrischer Laszivität oder afrikanischer Perkussivität. Renato Borghetti indes kommt von einem anderen ethnomusikalischen Planeten: dem südbrasilianischen Rio Grande do Sul, der Heimat der Gaúchos, der südamerikanischen Cowboys, die musikalisch mehr mit dem benachbarten Argentinien teilen und unverwechselbare Formen wie den Chamamé, den Chacarera oder die Milonga hervorgebracht haben. Der charismatische Gaúcho ist eines jener musikalischen Unikate, die lokale Traditionen mit der Muttermilch aufgesogen, individuell weiterentwickelt und mit weiteren Formen (wie Tango, Jazz und kammermusikalischen Elementen) durchsetzt haben.

Renato Borghetti oder „Borghettinho“, wie ihn seine Fans liebevoll nennen, nimmt Platten seit Anfang der 80er Jahre auf. Er stand mit Dominguinhos, Sivuca, Stéphane Grapelli ebenso auf der Bühne wie mit Ron Carter oder Hermeto Pascoal, und die erste seiner mittlerweile über 20 CDs war auch die erste Instrumentalplatte Brasiliens, die je Gold gewann. Seine frontale, von Souveränität und Spielwitz geprägte Darbietung erinnert etwas an das Feeling des Cajun und Zydeco Louisianas – und wie dort verbindet sich auch hier Europäisches mit Afrikanischem, konkret: spanisch-italienische Melodik mit afroamerikanischer Rhythmik. Trotz aller Experimente bleibt Borghetti durch und durch Gaúcho, wie er durch sein Bühnenstyling stolz betont, mit langem Haar, Schlapphut und weiten Hosen.

Auch in Europa ist Borghetti längst kein Unbekannter mehr. Das Album Andanças ist so etwas wie das Resümée von 10 Jahren Tourneen am alten Kontinent, einer Zeit der Erforschung der eigenen Wurzeln, des Entdeckens neuer musikalischer Wege und der spannenden persönlichen Begegnungen. Und schliesslich engagiert sich Renato Borghetti für die Zukunft seines Instruments in Südbrasilien: Ende 2010 verliess das erste Akkordeon Marke „Borghetti“ die neugegründete „Fabrica de Gaiteiros“ in der Nähe seiner Ranch, wo nicht nur Instrumente erzeugt sondern auch benachteiligten Kindern und Jugendlichen der Zugang zum Akkordeon in Kursen ermöglicht wird. Eben hier, in der „Fabrik der Akkordeonisten“, wurde Renatos bis dato letztes Album Gaita na Fábrica aufgenommen, das 2016 auch in Europa erschien und auf einer ausgedehnten Releasetour präsentiert wurde.

In Brasilien tritt Borghetti seit einigen Jahren auch regelmässig mit dem Gitarrenvirtuosen Yamandu Costa auf. Das gemeinsame Duoalbum BorghettiYamandu wurde 2018 für einen Grammy Latino nominiert, und im Oktober 2019 geben die beiden ihr Europadebüt im Wiener Konzerthaus.


Besetzung Quartett

Renato Borghetti – Knopfakkordeon (gaita ponto)
Daniel Sá – Gitarre
Vitor Peixoto – Piano
Pedro Figueiredo – Saxophon, Flöte


Aktuelle Projekte

Duo Renato Borghetti (acc) & Yamandu Costa (guit)
Renato Borghetti Quarteto (acc – sax/flute – guit – piano)


Diskographie (Auszug)

2017 BorghettiYamandu (Estação Eletrica)
2016 Gaita na Fábrica. Sounds from the Squeezebox Factory. (Saphrane Records)
2011 Andanças. Live in Brussels. (Saphrane Records)
2009 Fandango! (Felmay fy 8147)
2005 Gauchos (Quinton Records Q-0501-2)
2002 Paixao no Peito (Som Livre/RBS Discos)
1999 Ao Ritmo de Tio Bilia
1998 Gauderiando (Atracao)
1996 Gaúcho (RGE)
1995 As 20 Melhores de Renato Borghetti (RGE)
1994 Accordionist (Prestige Records)


DVDs

2017 BorghettiYamandu (Estação Eletrica)
2016 Gaita na Fábrica (Estação Eletrica)
2012 Renato Borghetti Quarteto Europa (Estação Eletrica)
2008 Fandango! (Estaçao Eletrica)
2005 Renato Borghetti Quarteto Ao Vivo No Teatro Sao Pedro


Erfolge

2018 BorghettiYamandu, CD&DVD, Nominierung für einen Grammy Latino
2011 Andanças, Beste CD des Jahres 2011 der NL Tageszeitung Het Parool, Bestenlise des Jahres 2011 auf All About Jazz Italia
2009 Womex Showcase in Kopenhagen
2008 Fandango!, CD&DVD, Premio Açorianos als CD&DVD des Jahres, Nominierung für einen Grammy Latino
2005 Gauchos, CD, Nominierung für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik
2005 Gaitaponto.com, CD, Nominierung für einen Grammy Latino


Presse

„Die Tonqualität ist grossartig transparent, die Gegenwart des Publikums beinahe körperlich spürbar, die Herren spielen Soli die einen um den Verstand bringen. Prozac? Lichttherapie? Alles nicht nötig: Borghetti und seine Musiker spielen die Winterdepression regelrecht zur Tür hinaus.
Het Parool (NL) über Andanças

„Zauberhafte Kabinettsstückchen im Plauderton…Das Quartett präsentiert ein virtuoses, inspiriertes und fesselndes musikalisches Gebräu. … Das klingt mal sentiomental und schmachtend, dann nach galoppierender Entrüstung und loderndem Feuer. … Immer aber ist es filigran gewebt, abwechslungsreich, und jedes Stück gerät zu einer Feier des Lebens, verströmt einen eigenen Zauber.
Badische Zeitung (DE)

„Der Gaucho lässt die Pampas brennen… spannende Dialoge, grosses Improvisationstalent und traumhaft sicheres Zusammenspiel.“
Bonner Generalanzeiger (DE)

„Wer diesen Akkordeonisten und grossartigen Kommunikator mit der Attitüde eines Flamencotänzers nicht auf der Bühne gesehen hat, weiss nicht was Freude und Improvisation sind!“
Musibrasil (IT)

„Bei Borghetti kommt die Gaúcho Tradition von Vanerão, Rancheira und Milonga raffiniert und elegant daher. Mit langem Haar und Hut verbreitet er das Flair eines Popstars und Verführers, ohne sich jedoch in leeren Posen zu verlieren. Zuallererst ist er ein begnadeter Virtuose auf dem Knopfakkordeon, impulsiv und dynamisch, der in bestimmten Momenten den Eindruck erweckt, als wäre sein Körper vom Geist Piazzollas bewohnt.“
Musicas sem Fronteiras – Cronicas da Terra, Lissabon (PT)

„Mozart hätte seinen Spass gehabt!“
Wiener Zeitung, Wien (AT)