Amira Medunjanin (Bosnien-Herzegowina)

Die Bosnische Billie Holiday: Sevdah Meets Jazz

Sevdah bedeutet auf Türkisch Liebe und auf Arabisch schwarze Galle. Es ist auch nicht leicht, das bosnische Konzept der Sevdah mit einem Wort zu beschreiben – am nächsten kommt ihm wohl noch die deutsche „Sehnsucht“. Wie Duende im Spanischen oder Fado im Portugiesischen trägt Sevdah viele Bedeutungen in sich – sei es Sehnsucht, Schwermut, Melancholie, Liebe, unerfüllte Liebe, endlose Liebe, ein fieberhaftes Begehren das den Liebenden wie Malaria heimsucht und sich nicht abschütteln lässt – aber schlussendlich geht es um ein Lebensgefühl das sich selbst erzählt.

Amira Medunjanin wurde in Sarajevo zu einer Zeit geboren, als die traditionelle Musik in Ex-Jugoslawien eine Hochblüte erlebte. Von ihrer Mutter lernte sie die schönsten Sevdalinke (Sevdah-Lieder), und bald war sie von der mündlich überlieferten Gesangstradition Bosnien-Herzegowinas so fasziniert, dass sie es sich zur Aufgabe machte, die Ausdruckskraft des Sevdah bis ins letzte zu erforschen und ihr eine unverwechselbare Stimme zu verleihen. Jahrelang suchte sie nach Menschen, die ihre Auffassung von Sevdah teilten, und nach der besten Art der Präsentation.

Auch für ihr 2016 erschienenes Album Damar bezieht Amira ihre Inspiration aus der tiefen Quelle des Sevdah, des „Herzschlags“ der bosnischen Musik. Aber zum ersten Mal sind auch Neukompositionen dabei, und das kraftvolle, eigenwillige Pianospiel des serbisch-französischen Jazzpianisten Bojan Z und der an Flamenco erinnernde Stil des Gitarrenvirtuosen Boško Jović verwandeln die Lieder in ein mächtiges emotionales Statement, das weit über ihre Heimat Bosnien hinausweist.

In den vergangenen Jahren hat Amira verstärkt mit kroatischen Orchestern zusammengearbeitet (Symphonieorchester Dubrovnik, Zagreb Soloists und Zagreber Philharmoniker) und so die traditionelle Musik des Balkan in einen neuen Kontext gestellt. 2017 begann auch die Zusammenarbeit mit dem preisgekrönten norwegischen Kammerorchester Trondheim Solistene. Im Sommer 2018 stand man gemeinsam in der ausverkauften Arena von Pula auf der Bühne, und kurz darauf erscheint Ascending: Mit dem in Trondheim und den Londoner Abbey Road Studios aufgenommenen Album, produziert von Amira selbst und ihren langjährigen musikalischen Gefährten Ante Gelo und Bojan Z, feiert die bosnische Diva ihr 15- jähriges Bühnenjubiläum und öffnet gleichzeitig ein neues Kapitel ihrer Karriere.

Vom englischen Journalisten Gart Cartwright wurde die Sängerin, Menschenrechtsaktivistin und weltweite Botschafterin der Bosnischen Kultur als die „Bosnische Billie Holiday“ bezeichnet, und das beschreibt wohl am besten, wie Amira Medunjanin das Innerste der Sevdah nach außen kehrt und so innerhalb einer uralten Tradition immer wieder neue Formen und Verbindungen schafft. 2017 wurde Amira Medunjanin vom britischen Magazin Songlines unter die Top Ten der aktuellen World Music Divas gereiht.


Aktuelle Projekte

DUO Amira Medunjanin & Bojan Z (piano)
DUO Amira Medunjanin & Boško Jovic (guit)
TRIO Amira Medunjanin & Bojan Z (piano) & Zvonimir Šestak (double bass)
QUARTET Amira Medunjanin & Ante Gelo (guit) & Bosko Jovic (guit) & Zvonimir Šestak (double bass)
SEXTET Amira Medunjanin & Bojan Z (piano) & Zvonimir Šestak (double bass) & Yurdal Osman Tokcan (oud) & Hakan Güngör (kanun) & Bosko Jovic (guit)
Amira Medunjanin mit ORCHESTER


Diskographie

2018 Ascending (Croatia Records/Town Hill Colony)
2016 Damar (Harmonia Mundi/World Village)
2014 Silk&Stone (Harmonia Mundi/World Village)
2011 Amulette (Harmonia Mundi / World Village)
2010 Zumra (Harmonia Mundi / World Village)
2009 Live from Jazz Fest Sarajevo (Gramofon)
2005 Rosa (Snail Records)
2003 A Secret Gate (Snail Records)


Presse

„…powerful and passionate…“
The Guardian (UK) über Damar, 2016

„An exquisite album that affirms her status as Eastern Europe’s most potent contemporary voice.“
Nigel Williamson über Silk&Stone, Uncut, UK, 2015

„Mit Amulette erreicht Amira Medunjanin das was viele heutige KünstlerInnen nicht schaffen: Sie bringt die Sevdah ins 21. Jahrhundert, indem sie neue zeitgemässe Elemente hinzufügt ohne das Ursprüngliche zu verlieren. Das ältere Publikum der traditionellen Musik wird nicht vergrämt und gleichzeitig neues hinzugewonnen. Zusammen mit ihren Musikern zeigt Amira, dass Tradition im neuen Gewand geschätzt und gepflegt werden muss.“
All About Jazz, 2012

„Die Heimat der Seele ist das Schweigen; aus diesem Schweigen entsteht schöne Musik. Amiras Stimme berührt dieses Schweigen am einen Ende, am anderen erreicht sie transzendente emotionale Reinheit. Gute Nachrichten für diejenigen unter uns, die Musik zum Leben brauchen.“
Aleksandar Hemon

Maurizio Geri Swingtet (Italien)

Swing Manouche all‘ Italiana

Seit Jahren kennen und lieben wir den Mann mit der samtenen Stimme als Sänger, virtuosen Gitarristen und Autor einiger der schönsten Songs von Riccardo Tesis Banditaliana, aber als Bandleader ist Maurizio Geri wohl den wenigsten ZuhörerInnen nördlich der Alpen ein Begriff.

Mit seinem Maurizio Geri Swingtet huldigt er dem Stil des elsässischen Grossmeisters Django Reinhardt und kombiniert dessen unverwechselbaren Manouche Sound mit Swing und der Tradition der italienischen Cantautori. Das alles verschmilzt er zu einem ganz eigenen Klang, der die Gruppe über die Jahre zur italienischen Nummer Eins in Sachen Swing Manouche werden liess. Bis heute ist das Maurizio Geri Swingtet auch die einzige italienische Band die beim wichtigsten Festival des Genres in Samois sur Seine in Frankreich Furore machte.

Sein Swingtet stellt für Maurizio Geri das Zentrum seiner Beschäftigung mit dem Erbe Django Reinhardts dar. Er hat von Manouche Musikern gelernt und mit ihnen gespielt, aber nie ohne auf seine eigenen Wurzeln zu verzichten. Auf diese Weise hat er Djangos Lektion nicht nur auf der Gitarre und im Repertoire gelernt, sondern vor allem in der Dialektik zwischen Originalität und Zugehörigkeit, die aus dem Meister das grosse Vorbild etlicher Generationen europäischer, nicht akademischer Musiker gemacht hatte.

2015 ist mit „Swing a Sud“ die bereits fünfte CD des Swingtet erschienen. Geris musikalischer Zugang ist gleichzeitig leidenschaftlich und frei, streng und doch offen für Neues. Djangos Erbe kommt hier im Gewand von Jazz, Tanzmusik und Improvisation daher, sehr europäisch und dann doch wieder voller Respekt für die italienische Liedermachertradition und für Maurizios erste musikalische Liebe, die Volksmusik seiner Heimat Toskana.


Besetzung

Maurizio Geri – Gitarre, Gesang
Luca Giovacchini – Gitarre
Michele Marini – Klarinette
Giacomo Tosti „Giacobazzi“ – Akkordeon, Klavier
Nicola Vernuccio – Kontrabass


Diskografie

2015 Swing a Sud
2012 Tito Tariero
2007 Ancora Un Ballo
2002 A Cielo Aperto
1996 Manouche et Dintorni


Presse

„Swingtet“ klingt wie die gelungene Fortführung dessen, was Django Reinhardt begründete. Vielleicht würde er heute genau so klingen.“
Folkworld, D, 2015

„Maurizio Geri ist ein raffinierter und sensibler Gitarrist – sein elegantes Phrasieren verbindet Poesie und Musikalität, nie ist er zu verhalten oder zu outriert, seine Noten haben immer einen Sinn…. Eine Lektion für alle Django-Lehrlinge!
Djangostation, F, 2012

Bella Ciao (Italien)

50 Jahre Italienisches Folk Revival
Lucilla Galeazzi, Elena Ledda, Riccardo Tesi u.v.a.

Die bedeutendste Bühnenshow des italienischen Folk Revivals wird fünfzig Jahre später in einer großartigen Besetzung wieder auf die Bühne gebracht. Die Uraufführung dieses Meilensteins der italienischen Musikgeschichte fand am 21. Juni 1964 beim Festival zweier Welten in Spoleto statt und führte zu wüsten Polemiken. Heute ist BELLA CIAO die Basis der Arbeit all der KünstlerInnen, die mit großem Erfolg die italienische Folk Tradition auf die Bühnen der Welt tragen.

Ein halbes Jahrhundert später haben sich einige der profiliertesten FolkmusikerInnen wie Elena Ledda, Lucilla Galeazzi, Riccardo Tesi und Alessio Lega entschlossen, dieses Erbe wieder aufleben zu lassen und behutsam mit neuen Einflüssen und Erkenntnissen zu füttern. Resultat ist nicht nur eine äußerst erfolgreiche Bühnenshow, sondern auch ein sorgfältig gearbeitetes Album, das locker mit den damaligen Größen wie Caterina Bueno oder Giovanna Marini mithält.

Die alten Partisanen- und Arbeiterinnenlieder haben sich nicht nur ihre Ausdrucksstärke bewahrt, sondern ihre Botschaften von Freiheit, Frieden und Bürgerrechten sind in unserer heutigen globalisierten Welt von ganz neuer und brennender Aktualität. BELLA CIAO ist eine Lektion in Demokratie, die direkt aus dem Volk kommt, ein historischer Roman gewebt aus Musik, Klängen und Texten, getragen von den wichtigsten Stimmen des des sozialen und politischen Liedes im Italien der letzten 30 Jahre.


Besetzung

Lucilla Galeazzi – Gesang
Elena Ledda – Gesang
Ginevra di Marco / Luisa Cottifogli – Gesang
Alessio Lega – Gesang, Gitarre
Andrea Salvadori / Maurizio Geri – Gitarre, Gesang
Gigi Biolcati – Perkussion, Gesang
Riccardo Tesi  – Knopfakkordeon, Arrangements, musikalische Leitung


Diskographie

2015 Bella Ciao (Visage Music/Galileo MC)


Presse

„Mit Abstand der berührendste aller Womex Showcases ….  in Bella Ciao gehen Leben und Politik nahtlos ineinander über.“
Ton Maas, Mixedworldmusic (NL), 2016

„Mal führten sie die Lieder im Chor, dann wieder solistisch auf, es gab A-Capella-Gesänge und instrumentale Einlagen, so dass Eintönigkeit erst gar nicht aufkommen konnte. Mal agierte das Ensemble kraft- und schwungvoll, mal einfühlsam und zart. Die Reise in die Vergangenheit, wie sie Riccardo Testi ankündigte, zeigte deutlich wieviel sie Gegenwartsbezug (leider) noch immer hat. Und sie brachte die Erkenntnis mit, dass es sich lohnt, die Tradition der politisch-demokratischen Lieder aus der Mitte des Volkes zu pflegen. Denn diese Lieder sind keine historisches Relikt, sondern sie leben weiter. Auch heute noch.“
Mainpost (DE), 2016

“ Die Musik geht gnadenlos unter die Haut wie schon vor 50 Jahren.“
Moors Magazine (NL), 2015

„Während sich die kriegerischen Reden und Handlungen vervielfachen, erinnert uns diese ‚Lektion in Demokratie von unten’ an das was wir am nötigsten haben: den Frieden“
Les Inrocks (FR), Dix Disques pour refaire l’Europe, 2015

Didier Laloy (Belgien)

Der verrückte Hund und die Noblesse:
BELEM Didier Laloy & Kathy Adam

Seit langem kennen und schätzen sich diese zwei herausragenden Figuren der aktuellen belgischen Szene – von ihrer Zusammenarbeit im erfolgreichen Neotrad- Ensemble Panta Rhei ebenso wie in den verschiedenen Projekten von Didier Laloy wie Po:Z’s oder Noir’s. Aber es sollte 20 Jahre dauern bis ihre künstlerische Seelenverwandschaft als Duo so richtig ans Licht kam.

Beide flirten sie gerne mit der Kammermusik und lieben doch auch das Tänzerische. Die Kompositionen sind gleichzeitig einfach und stark, subtil und überraschend, das Atmen und die Stille verbinden sich voller Eleganz mit den verrücktesten Rhythmen. Ein zärtlicher Bilderreigen der die Zuhörenden in eine ganz eigene Welt entführt. Die Lust der beiden am gemeinsamen Spiel ist fast körperlich spürbar, die Virtuosität und schiere Freude ihrer Musik lassen niemanden unberührt.

Der Ausnahmekönner Didier Laloy ist einer der aktivsten Vertreter der Renaissance des diatonischen Akkordeons in Europa. Mit Humor und Leichtigkeit bewegt er sich auf der Bühne und durch die unterschiedlichsten Stile – von World über Chanson bis hin zu zeitgenössischer Musik und musikalischen Projekten für Kinder. Darüberhinaus war er Mitglied des transeuropäischen Akkordeonkollektivs The Samurai.

Kathy Adam studierte Cello und Kammermusik in Brüssel und steht seit 20 Jahren in den verschiedensten Projekten und Genres auf der Bühne: So arbeitet sie mit World- und Jazzmusikern ebenso zusammen wie mit Theater- und Tanzproduktionen, SängerInnen oder Philharmonischen Orchestern.


Aktuelle Projekte von Didier Laloy

Duo Didier Laloy (acc) & Quentin Dujardin (guit)
Belem & The MeKanics (Didier Laloy & Kathy Adam und ein mechanisches Orchester)
Belem (Didier Laloy & Kathy Adam)
Belem & Ensemble Quartz (Didier Laloy & Kathy Adam & belgisches Bläserquartett)
Belem & Slang (Didier Laloy & Kathy Adam & belgisches Jazztrio)
Belem & Barbara Fortuna (Didier Laloy & Kathy Adam & korsisches Vokalensemble)
Noir’s (Quartett acc – cello – guit – perc, Konzert im Dunkeln)
Duo Didier Laloy (acc) & Tuur Florizoone (acc)
Didier Laloy’s Cameleon Tribe (flexible Formation zwischen Trio und Quintett)


Diskographie

2019 Water and Fire / Didier Laloy & Quentin Dujardin (Agua Music)
2017 Belem & The MeKanics (Igloo Records)
2014 Belem Didier Laloy & Kathy Adam (Homerecords.be)
2012 Didier Laloy & Tuur Florizoone (Aventura Musica)
2011 Noir’s (Wild Boar Music)
2009 Milann&Laloy “La Marquise”
2008 Didier Laloy PôZ’s
2005 CD/DVD Didier Laloy “Invite…s”
2003 Didier Laloy “S-Tres/Version Originale”


Presse

„Fantastische Welt-Kammermusik aus Belgien.“ ORF Ö1, A, 2015

„Auf dem Duoalbum sind nur die beiden Musiker zu hören. Doch zu keinem Zeitpunkt wirkt die rein instrumentale Musik dünn oder skizzenhaft. Im Gegenteil, der Klang ist wuchtig, wie ein kleines Folkorchester. Ein besonderes Lob geht deshalb an den Produzenten Michel van Achter.“
Folker, D, 2015/01

„Vom ersten Ton an entstand ein Sog, dem sich niemand entziehen konnte. Was war da zu hören? Jazz, Folk, Moderne, Weltmusik? Oder einfach nur gute Musik im besten Sinne des Wortes?“
Mitteldeutsche Zeitung, D, 2011

„Seine musikalische Ausdrucksform gleicht einem ungeschliffenen Diamanten… Das Verlassensein, die dunklen und tiefen Abgründe, aber auch die Sehnsüchte und das Bezaubernde sind immer wieder Parameter, die sich in all seinen Projekten und Werken widerspiegeln. Und bei einem Konzert reitet ihn nicht nur die Liebe, sondern auch der Teufel.“
Concerto, A, 2011

„Die wilde Motorik eines Rockmusikers mit der Anmut einer Ballerina in Slowmotion.“
De Volkskrant, B, 2009

Maria Kalaniemi (Finnland)

Die Königin des finnischen Akkordeons

Maria Kalaniemi, eine Meisterin des free-bass Knopfakkordeons, ist eine der führenden zeitgenössischen Akkordeonistinnen Finnlands. Begonnen hatte sie als Mitglied der Vorreitergruppen Niekku und Aldargaz, die aus der Volksmusikabteilung der Sibelius Academy hervorgegangenen waren, wo Maria mittlerweile unterrichtet. Ihre Wurzeln liegen in Klassik und Folklore, aber ihr Weitblick und ihre Fähigkeiten gehen weit über existierende Stile hinaus. In der technisch brillianten Virtuosin steckt eine geübte Improvisatorin ebenso wie eine kraftvolle, intuitive und feinfühlige Komponistin, deren Stücke mit den verschiedensten Stilrichtungen spielen, aber immer Marias Persönlichkeit als treibende Kraft betonen. Die Bedeutung liegt in der Melodie – und bei Maria Kalaniemi erreicht die Botschaft das Publikum in tiefster Seele.

Maria hat zahlreiche Alben veröffentlicht, das letzte davon, Vilda Rosor, war monatelang in den Top 10 der European World Music Charts. Sie ist Mitglied des internationalen Akkordeonkollektivs Accordion Tribe, der schwedisch-finnischen Gruppe Ramunder, des UNTO Tango Orchesters und vieler anderer Projekte. Mit diesen Gruppen tourte sie erfolgreich in ganz Europa, den USA, Japan und Kanada.


Aktuelle Projekte

Maria Kalaniemi (acc) & Timo Alakotila (piano)
Maria Kalaniemi (acc) & Eero Grundström (harmonium)
Maria Kalaniemi (acc) & Olli Varis (guit)
Vilda Rosor Trio or Quartet


Diskographie (Auszug)

2017 Svalan (Akerö/Galileo MC)
2014 Kaustinen Live 2003 (Akerö CD014)
2011 Akerö (AkeröCD011)
2010 Vilda Rosor (Aito Records)
2006 Bellow Poetry (Aito Records AICD 006)
2004 Niskavuoren Nuori Emäntä (Gudaa 41)
2003 Viimenen Maa (LUR 8902-2)
2001 Ambra (Amigo Sweden KMHCD 18)
1999 Ahma (Roccadillo Records ZENCD 2059)
1995 Iho (Olarin Musikki OMCD 57)
1992 Maria Kalaniemi (Olarin Musikki OMCD 40)
1984 Kultaisen Harmonikan Voittaja (Finnish Accordion Institute FAILP 2)


Presse

„Wenn ihrem finnischen Landsmann, Kimmo Pohjonen nachgesagt wird er sei der Hendrix auf seinem Instrument, so müsste man Maria Kalaniemi bedenkenlos als Erik Satie bezeichnen.“
BBC, UK, 2007

„Maria Kalaniemi erzeugt Stimmungen und damit Kino für den Kopf. Ob sie das Scheinen des Mondes oder das gedämpfte Licht in einem Landhaus als Ausgangspunkt ihrer Geschichten nimmt, sich auf den Frühling freut oder dem Regen beim Prasseln zuhört, die Zuhörer gehen gerne mit ihr auf die Reise um diese natürlichen Phänomene zu beobachten und sich in ihnen zu verlieren.“
Jazzzeit, Wien, A, 2006

„Maria Kalaniemis Musikverständnis wirkt wie eine Meditation, wie eine Abfrage verborgener Fantasien. Trotzdem baut sie keine Illusionen auf.“
Jazzthing, D, 2006

„Es ist eine archaische Musik, die von weit her zu rufen scheint und doch immer Gültigkeit haben wird. Oft melancholisch und doch traumwandlerisch leicht klingt sie, die ohne technische Hilfsmittel auskommt und aus sich heraus leuchtet.“
Stereo, D,  2/2006

Branko Galoić (Kroatien/Frankreich)

Troubadour mit Tiefgang und Partytauglichkeit

Der Singer-Songwriter, Komponist und Gitarrist Branko Galoić wurde 1973 in Zagreb noch im damaligen Jugoslawien geboren. Von Anfang an verband er Rockmusik mit Elementen der traditionellen Balkanmusik.

2000 zog Branko nach Amsterdam. Ein paar Jahre später erschien bei Snail Records sein Debütalbum „Above The Roofs“, produziert von Dragi Sestić, dem Produzenten der Mostar Sevdah Reunion. Die CD wurde international veröffentlicht und erhielt in ganz Europa hervorragende Kritiken. Branko Galoić hat mit einigen der herausragendsten Balkan MusikerInnen gearbeitet wie zb Mostar Sevdah Reunion, Vlatko Stefanovski oder Merima Kljuco. In Amsterdam brachte er zwei weitere Alben heraus, Skakavac und Ej ti tu!, anschliessend lebte er für einige Jahre in Berlin, wo er mit dem Mundharmonikavirtuosen Marko Jovanović „Super Cug“ einspielte.

Die Musik von Branko Galoić wurzelt in der Tradition Ex-Jugoslawiens und mischt sich mit den verschiedensten Stilen von Rock über Ska, Pop und Chanson. Über die Jahre hat er mit MusikerInnen aus Griechenland, der Türkei, dem Libanon, Irak, aus Lateinamerika, Holland, Deutschland, Frankreich und Ex-Jugoslawien gespielt und aus all diesen Einflüssen seinen eigenen unverwechselbaren Stil kreiert, der auch schon mit Troubadouren wie Jaques Brel oder Alain Stivell verglichen wurde.

Seit 2014 lebt Branko in Paris, wo sein Ende 2015 erschienenes Album „Angel Song“ vom kultigen FIP Radio als eine der Entdeckungen der Saison gefeiert wurde. Das Album schaffte es auf Anhieb auf Platz 15 der World Music Charts Europe und wurde auch für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Seit 2016 wird „Angel Song“ von Galileo Music im deutschsprachigen Raum vertrieben.

2018 erschien das  neue Duoalbum „One With The Wind“ mit dem ebenfalls in Paris lebenden portugiesischen Gitarristen Francisco Cordovil.


Aktuelle Projekte

Duo Branko Galoić & Francisco Cordovil (2 Gitarren & Gesang)
Branko Galoić Quartett (guit – voc – perc – cello)
Branko Galoić Skakavac Orkestar (5-8 Bigband mit Bläsern)


Diskografie

2018 One With The Wind (Galileo Music)
2015 Angel Song (Silvox Music/Galileo Music)
2014 Super Cug (CD Baby, digital release)
2011 82 Ej ti tu! (Silvox Music)
2010 Skakavac (self-released/Xango Music, CD Baby digital distribution)
2005 Above The Roofs (Snail Records)


Presse

„Kroatien und Portugal als explosive Mischung (…) ein bombastisches Erlebnis“
Mittelbadische Presse, DE, 2017

„Auf „Angel Song“ präsentiert Galoić einen phasenweise eklektisch wirkenden, aber unverwechselbar eigenen Stil … vom Gipsy Balkan Brass über Turbo-Reggae bis hin zu süditalienisch anmutender Filmmusik, so als drehe sich ein Kirmeskarussell in einem Fellini-Klassiker.“
Radio Bremen CD Tipp Angel Song, DE, 2016

„Die Musik der Kombo ist sehr schwungvoll, aber auch wehmütig-romantisch bis verträumt, ganz wie man das von stilvollem Balkan-Folk gewohnt ist. Dazu kommt noch die unaufdringliche Nähe, mit der die Musik an den Mann (oder an die Frau) gebracht wird. Dann noch ein Touch Ex-Jugoslawien-Feeling, denn immerhin spielte sich ein Teil seiner Jugend noch im Tito-Reich ab. Und das hört man hier und da schon noch heraus. Mit anderen Worten: Die „Angel Songs“ sind jederzeit zu empfehlen.“
Sound&Image über Angel Song, DE, 2016

„New strong hope for balkan music“
Zlatko Gall, Free Dalmatia, CRO, 2013

„You can wake me up with songs like Fraukje tango any time“
Ton Maas Volskrant, Amsterdam, NL, 2011

Gaia Cuatro (Japan/Argentinien)

Eine unerwartete Begegnung zwischen Argentinien und Japan an der Grenze zum Jazz

Die Intensität und Heissblütigkeit argentinischer Musik gemeinsam mit der Raffinesse der musikalischen Tradition Japans bilden das Rohmaterial dieses aussergewöhnlichen Quartetts. Alles begann mit der Begegnung von zwei emblematischen Figuren der japanischen Jazzszene mit zwei innovativen argentinischen Jazzmusikern, die sich bereits in Europa einen Namen gemacht hatten.

Die atemberaubende Virtuosität der Violinistin Aska Kaneko – in ihrer Heimat seit langem ein Star – findet ihre ideale Basis in den feinsinnigen und doch feurigen Kompositionen Gerardo di Giustos, und durch das perfekte Gleichgewicht und die subtile Rhythmik des Dialogs zwischen dem Bassisten Carlos „el tero“ Buschini und dem Perkussionisten Yahiro Tomohiro fügt sich alles zu einem überraschenden Ganzen.

Vier Musiker die die Kunst der Improvisation zur höchsten Perfektion bringen, sich fröhlich über etablierte Konventionen hinwegsetzen und wie nebenbei eine vollkommen neuartige Musik schaffen, deren Natürlichkeit und Eleganz sie in unseren Ohren doch wieder seltsam vertraut klingen lässt.


Besetzung

Gerardo di Giusto – piano
Aska Kaneko – Violine
Carlos “el tero” Buschini – Bass, Kontrabass
Tomohiro Yahiro – Schlagzeug


Diskographie

2015 Kaze feat. Paolo Fresu, Solis String Quartet (Abeat Records)
2010 Haruka feat. Paulo Fresu (Abeat Records)
2008 Udin (Abeat Records)
2007 Gaia Cuatro (Cristal Records)


Presse

“Jazzimprovisation zwischen japanischen und argentinischen Musikern mag manchem etwas seltsam vorkommen, und doch wurden die BesucherInnen des Teatro Verme eines Besseren belehrt. Das Konzert von Gaia Cuatro bot die unerwartet positive Überrraschung eines erfolgreichen Brückenschlags zwischen zwei Kulturen, die so gut wie gar nichts miteinander zu tun haben“.
IFG Online, Mailand 2007

„Die argentinisch- japanische Formation mit ihrer vollkommen neuartigen musikalischen Fusion war sicher der originellste Beitrag zur aktuellen Saison von Charleville Action Jazz.“
L’Ardennais 2007

„Diese höchst gelungene Mischung beruht zu einem grossen Teil auf der Qualität der Kompositionen, aber auch der engen Verbundenheit der Musiker und ihrer enormen Spielfreude, die vom ersten Moment an mit dem Publikum zu teilen wissen.“
L’Ardennais 2007

Dancas Ocultas (Portugal)

Vier Magische Akkordeons vom Rande Europas

Hinter dem Namen Danças Ocultas verbergen sich vier Akkordeonisten aus Agueda in der Nähe von Porto, die zu den innovativsten und spannendsten Vertretern zeitgenössischer Klänge aus Portugal gehören. Seit einigen Jahren erobern sie die World-Music-Szene mit einem beim ersten Hinhören unspektakulären Konzept: ruhig, lyrisch, mehr oder minder traditionell, mit nur vier diatonischen Akkordeons.

Der Name des Quartetts hat nichts mit esoterischen Welten zu tun sondern weist darauf hin, dass die vier Musik für Tänze spielen, die erst noch erfunden werden müssen. Der berühmte Fado spielt eine untergeordnete Rolle, eher nehmen sie die traditionelle dörfliche Musik, Tango Nuevo und die Kammermusik z.B. des russischen Terem Quartetts als Basis für ihre Erkundungen. Sie halten weder akkordeonistische Schnelligkeitswettbewerbe ab noch spielen sie reine Volksmusik. Am ehesten lässt sich ihre zeitlose Kunstmusik wohl als impressionistischer Folk bezeichnen: minimalistische, tiefgründige Klanggemälde voll unerwarteter Wendungen und erhabener Melancholie. Sehr spezielle Musik, in die man gar nicht anders kann als hineinzukippen.

Die Band wurde gefördert von Gabriel Gomes, dem Akkordeonisten von Madredeus, der berühmtesten World-Music Gruppe Portugals. Er hat sie motiviert, ihre eigene Klangwelt auszuschöpfen. Die Zusammenarbeit mit dem Choreographen Paul Ribeiro, Auftritte bei zahlreichen internationalen Festivals sowie ein umjubelter Showcase bei der Womex 2010 in Kopenhagen haben Danças Ocultas mittlerweile weit über Portugal hinaus bekannt gemacht.


Besetzung

Artur Fernandes – Diatonisches Akkordeon
Francisco Miguel – Diatonisches Akkordeon
Filipe Cal – Diatonisches Akkordeon
Filipe Ricardo – Diatonisches Akkordeon


Aktuelle Projekte

Danças Ocultas (Akkordeonquartett)
DENTRO DESSE MAR Danças Ocultas feat. Jaques Morelenbaum
ARCO Danças Ocultas feat. Dom la Nena
AMPLITUDE Danças Ocultas mit Orchester (mögliche Zusammenarbeit mit lokalen Orchestern)


Diskographie

2018 dentro desse mar (Sony/Galileo Music)
2016 Amplitude (Uguru/Sony/Galielo Music)
2014 ARCO (EP Uguru)
2011 Alento (iplay/Galileo MC)
2009 Tarab (Numerica)
2004 Pulsar (Magic Music)
2002 Travessa da Espera (L’Empreinte Digitale)
1998 Ar (EMI VC)
1996 Dancas Ocultas (EMI VC)


Presse

„Das Quartett Danças Ocultas hat es längst geschafft, aus dem Kreis der Liebhaber des Akkordeons zu schlüpfen und die grosse Bühne zu bespielen. Dafür ist ‘Amplitude’ das beste Beispiel.”
JazzThing, DE, Amplitude, 2016

„Amplitude“ ist ein gewaltiges Album, bei dem einem das Herz aufgeht.“
Sound&Image, DE, Amplitude, 2016

„Das Quartett aus der Nähe von Porto zelebriert portugiesische Melancholie. … Sie lassen mit ihren feinen und leisen, präzisen bis schwelgerischen Arrangements Bilder entstehen, die die Zuhörer mit auf eine Reise zu Landschaften im Morgennebel und leichtfüssig tanzenden Gestalten nehmen … auf eine Reise jedenfalls in die eigene, inspirierte Gedankenwelt. Danças Ocultas richten sich mit ihren Kompositionen an ein Publikum, das auserlesene Kammermusik liebt.“
Akkordeonmagazin, DE, 2013

„Weniger wie ein Konzert, vielmehr wie ein musikalischer Vortrag, ein kollektiver Atemzug, an dem man teilnimmt und von dem man sich gerne in eine emotionale, beinahe meditative Dimension tragen lässt – das ist es, wonach sich die Musik der portugiesischen Gruppe anfühlt.“
Il Giornale di Vicenza, IT, 2011

„Erfindungsreiche und kreative Instrumentalmusik von einem der besten Kunstmusikensembles Europas. Empfehlung!“
CD Roots 2007

Eine aussergewöhnliche Band, die von der intensiven Interaktion unter den Musikern lebt und einen sofort gefangennimmt. Die Stücke sind exzellent arrangiert, wechseln von langsamen Solostellen, die den Eindruck von sehr lauter Stille aufkommen lassen, zu schnelleren und lebhaften Rhythmen. Mein persönlicher Festivalhöhepunkt!
Folkworld 2001

Las Hermanas Caronni (Argentinien)

Ein Hauch von Ravel und Debussy trifft auf die Klänge der Pampas

Las Hermanas Caronni – zwei argentinische Schwestern mit Schweizer, italienischen, russisch-jüdischen und spanischen Wurzeln. Laura und Gianna Caronni, von denen die eine Cello und die andere Klarinette spielt. Beide singen und liefern auf ihren Alben derart zerbrechliche und intelligente Musik ab, wie man sie schon seit einigen Jahren nicht gehört hat. Als Duett ist ihr Klang voll von Intimität, gleichzeitig lassen die einfallsreichen und minimalistischen Arrangements den Sound äußerst üppig erscheinen. Die Musik der Schwestern klingt wie die Summe ihrer Einflüsse: zwei klassisch ausgebildete Musikerinnen mit einer Vorliebe für die Volksmusik ihres Landes. Europäischer Impressionismus, Ravel und Debussy, Einflüsse von südamerikanischen Komponisten wie Villa-Lobos und der Geist des Tango vermischen sich hier mit der Melancholie und Zielgerichtetheit der Volksmusik der Pampas. Klug, subtil verführerisch und unglaublich elegant spielen die Hermanas Caronni Musik für Menschen, die Können und Klasse noch zu schätzen wissen.

Seit zehn Jahren leben die Zwillinge in Bordeaux in Frankreich, wo sie sich unter anderem durch ihre Zusammenarbeit mit dem 2015 verstorbenen Juan Carlos Cáceres einen Namen gemacht haben und wo 2011 ihr Debüt Baguala de la Siesta von der Presse hymnisch als Entdeckung der Saison gefeiert wurde. Auf dem zweiten Album Vuela erneuern sie das kleine Wunder des Debütalbums: Hier klingt Ravels Bolero wie die natürliche Fortsetzung des kubanischen Wiegenlieds Druma Negrita, und die Rhythmen der Chacarera treffen auf die Worte des französischen Dichters und Musikers Denis Péan. Das Ende 2015 erschienene dritte Album Navega Mundos (Platz 3 der Transglobal World Music Charts im April 2016) ist ganz dem Element Wasser gewidmet und wartet unter anderem mit einem Gastauftritt des argentinischen Chamamé-Meisters Raul Barboza auf.

Anfang 2019 haben die Schwestern ihr viertes Album Santa Plástica veröffentlicht: Ausgehend von klassischen Motiven von Ravel, Mozart, Bach oder Piazzolla entstanden elf Nummern, deren Texte durchaus brandaktuelle Themen wie Umweltverschmutzung oder Gentrification in poetische Formen gießen. Neben Gesang und den Stamminstrumenten Cello und Klarinette kommen dabei Flöten wie die baskische Xistu oder die südamerikanische Pincuyo zum Einsatz. Auf jeweils zwei Stücken sind der renommierte Jazztrompeter Erik Truffaz sowie am Gesang der interkulturell inspirierte Songwriter Piers Faccini zu hören.


Besetzung

Gianna Caronni – Klarinette, Gesang
Laura Caronni – Cello, Gesang


Diskographie

2019 Santa Plástica (Les Grands Fleuves / L‘ Autre Distribution)
2015 Navega Mundos (Les Grands Fleuves / L‘ Autre Distribution)
2014 Baguala de la Siesta, Remix (Les Grands Fleuves / L‘ Autre Distribution)
2013 Vuela! (Les Grands Fleuves / L‘ Autre Distribution)
2011 Baguala de la Siesta (Snail Records/Coast to Coast)


Presse

„…eine wunderbar unerwartete, seltene Freude …grossartig in jeder Hinsicht.“
fRoots (UK) über Navegamundos

„Eine kammermusikalische Träumerei… Die Caronni-Schwestern verzaubern auch auf ihrem zweiten Album. Sorgfalt, Emotion und Ehrlichkeit in Songauswahl und Können sind wirklich einmalig.“
www.globalsounds.info, CH

„Der orangene Lichtkreis einer chinesischen Laterne, ein großer Fächer auf dem Boden: das Dichterische bei den Zwillingsschwestern Caronni findet sich in den Details. (…) Ihre schlichte Eleganz und bezaubernde Anmut lassen uns dahinschmelzen.“
Télérama, FR

„Dieses bezaubernde Album ist gleichzeitig voller Wärme und Melancholie, und es spricht von den zwei Seiten des Exils: das Herzzerreißende und die Möglichkeit, alles neu zu erfinden.“
Libération, FR

„DIE Entdeckung der Saison. Unmittelbar nach der Sendung erreichte uns eine Lawine an Mails und begeisterten Kommentaren, die diese selbst und fast anonym produzierte CD in ein anderes Leben trugen.“
France Inter, FR

„Ihre eklektische Lyrik, suggestiven Vokalharmonien und einfallsreiches Dehnen und Neu-Zusammensetzen der Cello- und Klarinettentechnik sind von einer poetischen Meisterschaft jenseits aller Kategorisierungen. … In diesen 13 Tangos, Canciones, Chacareras, Milongas und der abschliessenden Baguala liegt mehr unprätentiöse Leidenschaft, Schönheit und Weisheit als viele KünstlerInnen in einem ganzen Leben erreichen.“
Folk Roots, UK

Renato Borghetti (Brasilien)

Akkordeongaúcho mit Eleganz und Leidenschaft

Mit brasilianischer Musik assoziiert man Bossa und Samba. Musik jedenfalls von jazzig-lyrischer Laszivität oder afrikanischer Perkussivität. Renato Borghetti indes kommt von einem anderen ethnomusikalischen Planeten: dem südbrasilianischen Rio Grande do Sul, der Heimat der Gaúchos, der südamerikanischen Cowboys, die musikalisch mehr mit dem benachbarten Argentinien teilen und unverwechselbare Formen wie den Chamamé, den Chacarera oder die Milonga hervorgebracht haben. Der charismatische Gaúcho ist eines jener musikalischen Unikate, die lokale Traditionen mit der Muttermilch aufgesogen, individuell weiterentwickelt und mit weiteren Formen (wie Tango, Jazz und kammermusikalischen Elementen) durchsetzt haben.

Renato Borghetti oder „Borghettinho“, wie ihn seine Fans liebevoll nennen, nimmt Platten seit Anfang der 80er Jahre auf. Er stand mit Dominguinhos, Sivuca, Stéphane Grapelli ebenso auf der Bühne wie mit Ron Carter oder Hermeto Pascoal, und die erste seiner mittlerweile über 20 CDs war auch die erste Instrumentalplatte Brasiliens, die je Gold gewann. Seine frontale, von Souveränität und Spielwitz geprägte Darbietung erinnert etwas an das Feeling des Cajun und Zydeco Louisianas – und wie dort verbindet sich auch hier Europäisches mit Afrikanischem, konkret: spanisch-italienische Melodik mit afroamerikanischer Rhythmik. Trotz aller Experimente bleibt Borghetti durch und durch Gaúcho, wie er durch sein Bühnenstyling stolz betont, mit langem Haar, Schlapphut und weiten Hosen.

Auch in Europa ist Borghetti längst kein Unbekannter mehr. Das Album Andanças ist so etwas wie das Resümée von 10 Jahren Tourneen am alten Kontinent, einer Zeit der Erforschung der eigenen Wurzeln, des Entdeckens neuer musikalischer Wege und der spannenden persönlichen Begegnungen. Und schliesslich engagiert sich Renato Borghetti für die Zukunft seines Instruments in Südbrasilien: Ende 2010 verliess das erste Akkordeon Marke „Borghetti“ die neugegründete „Fabrica de Gaiteiros“ in der Nähe seiner Ranch, wo nicht nur Instrumente erzeugt sondern auch benachteiligten Kindern und Jugendlichen der Zugang zum Akkordeon in Kursen ermöglicht wird. Eben hier, in der „Fabrik der Akkordeonisten“, wurde Renatos bis dato letztes Album Gaita na Fábrica aufgenommen, das 2016 auch in Europa erschien und auf einer ausgedehnten Releasetour präsentiert wurde.

In Brasilien tritt Borghetti seit einigen Jahren auch regelmässig mit dem Gitarrenvirtuosen Yamandu Costa auf. Das gemeinsame Duoalbum BorghettiYamandu wurde 2018 für einen Grammy Latino nominiert, und im Oktober 2019 gaben die beiden ihr Europadebüt im Wiener Konzerthaus.


Besetzung Quartett

Renato Borghetti – Knopfakkordeon (gaita ponto)
Daniel Sá – Gitarre
Vitor Peixoto – Piano
Pedro Figueiredo – Saxophon, Flöte


Aktuelle Projekte

Duo Renato Borghetti (acc) & Yamandu Costa (guit)
Renato Borghetti Quarteto (acc – sax/flute – guit – piano)
Renato Borghetti Quarteto Meets Gabriele Mirabassi (cl)


Diskographie (Auszug)

2017 BorghettiYamandu (Estação Eletrica)
2016 Gaita na Fábrica. Sounds from the Squeezebox Factory. (Saphrane Records)
2011 Andanças. Live in Brussels. (Saphrane Records)
2009 Fandango! (Felmay fy 8147)
2005 Gauchos (Quinton Records Q-0501-2)
2002 Paixao no Peito (Som Livre/RBS Discos)
1999 Ao Ritmo de Tio Bilia
1998 Gauderiando (Atracao)
1996 Gaúcho (RGE)
1995 As 20 Melhores de Renato Borghetti (RGE)
1994 Accordionist (Prestige Records)


DVDs

2017 BorghettiYamandu (Estação Eletrica)
2016 Gaita na Fábrica (Estação Eletrica)
2012 Renato Borghetti Quarteto Europa (Estação Eletrica)
2008 Fandango! (Estaçao Eletrica)
2005 Renato Borghetti Quarteto Ao Vivo No Teatro Sao Pedro


Erfolge

2018 BorghettiYamandu, CD&DVD, Nominierung für einen Grammy Latino
2011 Andanças, Beste CD des Jahres 2011 der NL Tageszeitung Het Parool, Bestenlise des Jahres 2011 auf All About Jazz Italia
2009 Womex Showcase in Kopenhagen
2008 Fandango!, CD&DVD, Premio Açorianos als CD&DVD des Jahres, Nominierung für einen Grammy Latino
2005 Gauchos, CD, Nominierung für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik
2005 Gaitaponto.com, CD, Nominierung für einen Grammy Latino


Presse

„Die Tonqualität ist grossartig transparent, die Gegenwart des Publikums beinahe körperlich spürbar, die Herren spielen Soli die einen um den Verstand bringen. Prozac? Lichttherapie? Alles nicht nötig: Borghetti und seine Musiker spielen die Winterdepression regelrecht zur Tür hinaus.
Het Parool (NL) über Andanças

„Zauberhafte Kabinettsstückchen im Plauderton…Das Quartett präsentiert ein virtuoses, inspiriertes und fesselndes musikalisches Gebräu. … Das klingt mal sentiomental und schmachtend, dann nach galoppierender Entrüstung und loderndem Feuer. … Immer aber ist es filigran gewebt, abwechslungsreich, und jedes Stück gerät zu einer Feier des Lebens, verströmt einen eigenen Zauber.
Badische Zeitung (DE)

„Der Gaucho lässt die Pampas brennen… spannende Dialoge, grosses Improvisationstalent und traumhaft sicheres Zusammenspiel.“
Bonner Generalanzeiger (DE)

„Wer diesen Akkordeonisten und grossartigen Kommunikator mit der Attitüde eines Flamencotänzers nicht auf der Bühne gesehen hat, weiss nicht was Freude und Improvisation sind!“
Musibrasil (IT)

„Bei Borghetti kommt die Gaúcho Tradition von Vanerão, Rancheira und Milonga raffiniert und elegant daher. Mit langem Haar und Hut verbreitet er das Flair eines Popstars und Verführers, ohne sich jedoch in leeren Posen zu verlieren. Zuallererst ist er ein begnadeter Virtuose auf dem Knopfakkordeon, impulsiv und dynamisch, der in bestimmten Momenten den Eindruck erweckt, als wäre sein Körper vom Geist Piazzollas bewohnt.“
Musicas sem Fronteiras – Cronicas da Terra, Lissabon (PT)

„Mozart hätte seinen Spass gehabt!“
Wiener Zeitung, Wien (AT)